Eigentlich wollten wir an diesem Wochenende ja wieder beim Grevesmühlener Stadtlauf mitmachen, aber ganz spontan entschieden wir stattdesse für die 30km beim Krakower Mittsommernachtslauf. Durch einen Hundebiss in den Allerwertesten war es bis zum Wettkampftag nicht klar ob ich mitlaufen könnte
Am vergangenem Wochenende waren Matze und ich in Schwerin zum Geburtstag eingeladen. Die schöne Gegend mit den vielen Seen musste dann natürlich auch zum Laufen genutzt werden. Am Samstag lief ich eine zügige 5km Runde um den Lankower See und am Sonntag lief ich meinen LongJog durch Schwerin über 18km in fast 5min/km. Ich war sehr erstaunt, wie gut es mir bei einem langen Lauf in diesem Tempo noch ging
Am Dienstag morgen brachte Papa unsere Wettkampfplanung durcheinander, denn er schlug vor am Samstag lieber den Krakower Mittsommernachtslauf über 30km zu laufen, anstatt wie geplant am Sonntag den Grevesmühlener Stadtlauf über 10,9km. Matze und ich wären schon gerne in Grevesmühlen gestartet, denn Matze war dort die letzten 4 Jahre Seriensieger und auch ich konnte im letzten Jahr einen schönen Pokal für meinen dritten Platz mit nach Hause nehmen. Irgendwie hatte ich aber auch Lust auf einen langen Lauf, insbesondere als Vorbereitung für den Schweriner Fünf-Seen-Lauf in 2 Wochen und auch Matze hatte nichts dagegen.
Abends in Matzes Lauftreff durfte ich bei den Intervallen im Wald (30” und 60”-Intervalle im Wechsel) mal “Loooos!” und “Stoooooop!” brüllen, da Matzes Forerunner seinen Geist aufgegeben hatte. Im Anschluss machten wir auf dem Weg zu Laufhalle noch ein paar Ausfallschritte… plötzlich rannte ein Hund auf unsere Laufgruppe zu, der den Eindruck machte als wenn er sich noch nicht sicher war, nach wen er schnappen sollte. Und wen schnappt er? Natürlich mich! Voll in den Allerwertesten. Zwar nur kurz, aber doch sehr schmerzhaft.Der Biss ging zum Glück nicht durch die Laufhose durch, aber eine suppende Schürfwunde war trotzdem zu spüren. Abends sind wir dann noch zum Bereitschaftsarzt, wo ich mir die Stelle desinfizieren und die Tetanus-Impfung erneuern ließ. Den Tag drauf konnte ich gar nicht richtig sitzen und den Tag darauf nicht vernünftig gehen, weil die Stelle so lila angelaufen und die Schürfwunde an einer so blöden Stelle ist, dass es bei jedem Schritt schmerzte. An Laufen war nicht zu denken und konnte nur hoffen, dass es bis zum Wettkampf wieder einigermaßen wird.
Am Samstag musste ich mich nun entscheiden: laufen oder lieber nicht laufen? Im Vergleich zu den Tagen zuvor war der Schmerz beim Gehen schon erträglich, nur noch sehr wenig spürbar. Außerdem ist es nur einer blauer Fleck und eine Schürfwunde und keine ernsthafte Verletzung, wegen der man pausieren müsste. Ich entschied mich also für den Wettkampf.
Mein Ziel war es primär 2:40h oder vielleicht ein bisschen schneller zu laufen, und wenn es die Konkurrenz zulässt, vielleicht auch ein Platz auf dem Treppchen. Die letzten Jahre hätte eine 2:40h auf alle Fälle dafür gereicht. Der Startschuss fiel um 18:00 Uhr und alle gaben gleich tüchtig Gas. Schnell zähle ich die Frauen vor mir: okay… mindestens 3… zuviele. Aber sie waren mir zu schnell unterwegs. Ich lief den ersten Kilometer einen Schnitt von 5min/km, einiges schneller, als ich es mir vorgenommen hatte und trotzdem wurde der Abstand zu den Top 3 der Frauen immer größer. Was solls, einfach der Beste aus dem Lauf machen und versuchen ihn zu genießen. Das half mir ruhig zu bleiben und mein eigenes Tempo zu laufen. Die Strecke verlief um den Krakower See, zumeist über Asphalt, teilweise aber auch über kräfteraubende Sand- und Wiesenstücke. Und so eben wie erwartet war die Strecke auch nicht. Es ging zwar nur relativ flache Hügel bergauf und bergab, aber dafür etwas häufiger. Das tat der Schönheit des Laufes aber keinen Abbruch.
Bis Kilometer 20 hatte ich ständig andere Mitläufer um mich herum, was das Laufen etwas leichter machte. Kurz nach dem dortigen Getränkestand war ich aber alleine, denn meine letzten beiden Mitstreiter ließen nun auch abreißen. Vielleicht lag es aber auch daran, dass ich plötzlich etwas schneller wurde, als ich die nächste Frau vor mir entdeckte! Das gab einen ordentlichen Motivationsschub, nicht nachzulassen. Schon kurze Zeit später holte ich Gerlind Michaelis ein, die ich auch noch dazu motivieren wollte, mitzuziehen um die nächste Frau vor uns einzuholen, die nur 50m vor uns lief. Aber Gerlind hatte sich mit dem hohen Anfangstempo etwas übernommen und musste mich allein weiterlaufen lassen. Die nächste Frau vor mir war Ariane Tiburtius, die in einer Gruppe mit 3 Männern lief. Auch dort war ich innerhalb kürzester Zeit heran gelaufen. Ich lief mein Tempo weiter und war überrascht, dass auch sie nicht mehr versuchte dran zu bleiben. Beim nächsten Getränkestand riefen mir die Leute zu, dass ich die zweite Frau war. Wahnsinn!
Die Taktik am Anfang nicht zu überpacen sollte sich mal wieder auszahlen. Auf den letzten 5 Kilometern wurden aber auch meine Beine etwas schwer, aber ich konnte mein Tempo trotzdem noch bis in Ziel halten: 30km in 2:31:43h (5:02min/km). Matze hatte mir die ganze Wochen immer schon gesagt dass 2:30h drin sind, wollte es ihm aber nie glauben. Ich war also sehr stolz auf mich, den Lauf so optimal bestritten zu haben. Ich habe ein konstantes, gutes Tempo gehalten, die Taktik ging auf, habe eine Endzeit erreicht die ich nicht für möglich gehalten hätte und sogar ein Platz auf dem Treppchen ergattert. Matze hat seinen Lauf gewonnen mit Streckenrekord (1:54:17h) und auch Papa finishte seinen bis dato längsten Lauf in einer super Zeit von 2:43h! Alles in allem hätte der Wettkampf nicht besser laufen können
Nach dem Lauf gings in Massagezelt und dann ab unter die heiße Dusche. Das tat wirklich gut und danach gings mir auch schon viel besser
Bis um 23Uhr mussten wir allerdings noch auf die Siegerehrung warten. Die Zeit vertrieben wir uns auf der Nudelparty und beim Fußball gucken in der Kneipe nebenan. Etwas früher als angenommen, um 22:45Uhr, begann dann die Siegerehrung. Matze war der erste der aufgerufen wurde: als Gesamtsieger mit Streckenrekord! Bei den Frauen landete ich auf den zweiten Platz, hinter der Brasilianerin Maria Rosenberg-Dias, die ebenfalls mit Streckenrekord (2:19:25 h) der Damen gewann. Matze und ich wurden dann jeweils noch mal als Altersklassensieger geehrt und so gingen wird mit 4 (!) schweren Stein-Pokalen nach Hause
Siehe auch:
- marathon-matze.de: 34. Güstrower Inselseelauf und 3. Krakower Mittsommernachtslauf
- sprintefix.de: 3. Krakower Mittsommernachtslauf
- trifun.de: 3. Mittsommernachtslauf Krakow am See
- mittsommernachtslauf.com: Seite des Veranstalters









Meine Güte – hat euch eigentlich schon mal jemand gesagt, wie genial ihr seid? Ihr seid genial.
Glückwunsch zu den super Ergebnissen! 30 Kilometer sind verdammt lang – da hat man am Ende noch genügend Zeit, etwas schneller zu werden und die anderen Läufer einzuholen. Super gemacht!
EInfach ein super Laufwochenende für euch 3! Spitzenzeiten, eine schöne Strecke und tolle Pokale für die erbrachten Leistungen! GLÜCKWUNSCH!!!
Mensch Jana,
herzlichen Glückwunsch zu dieser grandiosen Leistung, nein, zu den klasse Leistungen! Ihr räumt ja echt gigantisch ab, mein lieber Schwan!
Und zu Deinem Lauf gibt es nichts weiter zu sagen als: Alles richtig gemacht!
Hut ab,
Steffen
Ich bin mal auch auf den Fünf-Seen-Lauf gespannt, ob der auch so gut läuft. Die Temperaturen sollen ja bis dahin “etwas” sommerlicher werden, was ja so ganz schön ist, aber nicht für den 30er…