5. Juli 2010

Hitzeschlacht beim 26. Fünf-Seen-Lauf

Am Wochenende dürfte wohl fast der wärmste Fünf-Seen-Lauf überhaupt gewesen sein, mit 32°C im Schatten! “Perfektes” Laufwetter also für einen 30km-Wettkampf, oder etwa nicht? ;-)

Wenn ich Matze glauben kann, dann ist beim Fünf-Seen-Lauf in Schwerin eigentlich IMMER bombiges Wetter, Hitze und Sonne ohne Ende. Und wenn ich so an letztes Jahr zurück denke: ja, da war es auch sehr warm. 24°C machten Roland und mich da über die 15km zu schaffen. Das Wetter was für diesen Fünf-Seen-Lauf vorrausgesagt wurde, machte mir schon etwas Angst. Grade jetzt, wo ich für die 30km gemeldet war, wurden bis zu 36°C angekündigt! Meine gesteckten Ziele, meine Zeit aus Krakow (2:31h) zu unterbieten und meine Altersklasse zu gewinnen, legte ich daher aufs Eis. Da es mir bei der Hitze nicht wie in Hamburg ergehen sollte, wollte ich mich ausschließlich an meinem Puls orientieren.

Kurz vor dem Start am Samstag früh wollten wir uns am Bertha-Klingberg-Platz mit Jörg, Eliane und Stephan treffen. Dazu wollten wir von Matzes Eltern aus mit der Straßenbahn in die Stadt fahren, aber wir passten nicht mehr in die Bahn. :-( Die Bahn war an unserer Haltestelle bereits vollgestopft mit Läufern. Kein Wunder, wenn ca. 4.400 Laufjunkies zur etwa gleichen Zeit zum Start pilgern wollen. Also sind wir schnell wieder zur Matzes Eltern zurück und haben uns dann mit dem Auto am Start absetzen lassen. Unsere Freunde waren auch schnell gefunden: Eliane und Steffen aus dem Lauftreff waren so wie Matze und ich auch für die 30km gemeldet. Jörg musste zwangsweise die 15km laufen, denn Matze hatte ihm eine Startnummer besorgt, weil Jörg es Anfang der Woche noch so wollte ;-) Dann hab ich auch noch meine Mutti in der Menschenmasse gefunden, die wieder mit Rad, Foto- und Videokamera als rasender Reporter unterwegs war. Meinen Papa, Roland und Karl, die sich alle auf ihren 15km-Lauf vorbereiteten habe ich vor dem Start leider nicht mehr angetroffen.

Um 10:10 Uhr fiel der Startschuss für uns und fast 600 anderen 30km -Starter. Ich ordnete mich irgendwo mittig ein und lief auf der engen Straße bis zum Schloss einfach mit dem Fluss, ohne auf das Tempo zu achten. Ich versuchte zunächst meinen Puls unter 185 Schlägen/Minute zu lassen, was bei 32°C im Schatten nicht so leicht war. Auf den ersten 5 Kilometern war so auf den schattigen Abschnitt immerhin noch ein Tempo von 5:20 min/km drin. Auf den Abschnitten wo die Sonne erbarmungslos auf uns niederbrannte, musste ich das Tempo noch weiter drosseln um unter einem Puls von 190 zu bleiben. Ich ließ mir erstmals im Wettkampf an den Erfrischungsgetränken relativ viel Zeit, trank 1-2 Becher, schüttete mir einige übers Shirt und über die Arme, tauchte mein Basecap ins Wasser und ließ keinen Gartenschlauch aus ;-) Es gibt nichts schöneres! Hab mich nach den Erfrischungspunkten wie neugeboren gefühlt. :D Trotz der Hitze machte ich das Beste aus dem Lauf, denn in dem Tempo konnte ich selbst unter diesen Bedingungen noch den Lauf genießen. Immerhin gehört der Fünf Seen Lauf ja zu einem der schönsten Läufe in Deutschland. :-) Die Lankower Berge 2km vor Schluss ging ich, wie so ziemlich alle anderen, ohne schlechtes Gewissen hoch um meinen Puls unter 200 zu halten und lief dann nach relativ entspannten 2:45:56h ins Ziel ein. Dort warteten schon meine Familie und Matze auf mich. Matze wurde nach seinem Sieg in den letzten beiden Jahren mit 2:01:29h leider “nur”  7. in der Gesamtwertung und 3. in seiner Altersklasse. Die Hitze, aber auch Bauchmuskelkrämpfe, machten ihm zu schaffen.
Übrigens konnte ich bei SportTracks gut feststellen, wieviel Leistungseinbußen so ein Temperaturunterschied ausmacht: Vor 2 Wochen bei de 30km in Krakow hatte ich den gleichen Durchschnittpuls, lief bei 15°C aber fast eine viertel Stunde schneller! Unglaublich, was das ausmacht!

Papa lief  mit 1:21h auf den 15km trotz der Hitze ganze 4 Minuten schneller als im Vorjahr, und war damit auch schneller als Roland (1:28h) und Karl (1:27h). Auch Jörg fanden wir relativ schnell im Zielgebiet wieder, der nur 2sec vor meinem Papa ins Ziel kam. Komischerweise haben beide davon nichts mitbekommen. ;-) Matze und ich machten uns aber schon relativ schnell auf zur Dusche, damit wir auch noch pünktlich zu den Siegerehrungen fertig sein würden. In der Umkleide bemerkte ich dann dass ich kein Handtuch mit hatte! Zum Glück sind Läufer nette Leute und somit konnte ich mir kurz eins ausleihen :-) Als Matze und ich wieder nach draussen gingen, hörten wir schon dass die Siegerehrung für die 30km schon in vollem Gange war. Unsere Altersklassen hatten wir verpasst. Als ich meine Mutti fragte, ob sie mitbekommen hätte, ob ich noch einen dritten Platz oder so erreicht hätte meinte sie “Nee”. Hrm, schade… “Du hast den Ersten!” kam dann hinterher. :-) Das kam zwar etwas unerwartet, weil ich durch die Hitze ja “etwas” langsamer gemacht hatte, aber anscheinend taten das alle. Matze und ich gingen also noch mal zu den Damen von der Siegerehrung und holten uns unsere Preise ab: ich einen Bademantel in der XXL und Matze einen Sportschuhbeutel und Handtuch (hätte ich vorher gut gebrauchen können!). Wir beiden haben dann unsere Preise getauscht und waren dann beide zufrieden. Mir war der Bademanteln (“überraschenderweise”) nämlich viiiel zu groß und Matze hatte von den Vorjahren schon einige dieser Handtücher. :-)

Am Nachmittag schauten wir natürlich noch das Deutschland-Argentinien Spiel bei Matzes Eltern in großer Runde, jubelten ordentlich mit und ließen den Abend beim Grillen ausklingen. Ein schöner Tag :-)

P.S.: Im Vorfeld zum Fünf-Seen-Lauf wurde ich noch interviewt dazu. ;-) Lesen könnt ihr es unter rostock-sport.de und schwerin-news.de. Morgen sollte dort noch ein Resumee erscheinen :-)

Siehe auch:

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  1. Steffen schrieb am 6. Juli 2010 um 07:28:

    Hallo Jana,

    herzlichen Glückwunsch zur “überlebten” Hitzeschlacht! Super Zeit für diese Temperaturen, und klar das sich diese in der Zeit und im Puls niederschlagen.

    Hast Du super gemacht!

    Liebe Grüße,
    Steffen

  2. Der Hönower » Schwerin: Fünf Seen und Hitze schrieb am 6. Juli 2010 um 12:47:

    [...] Weitere Berichte zum Schweriner Fünf-Seen-Lauf: – Sprintefix – Dosenfischer – Achim Achilles – Jana Kiesendahl Tags:Boltenhagen, Fünf-Seen-Lauf, Ostsee, [...]

  3. Hannes schrieb am 6. Juli 2010 um 23:03:

    Bei diesen Temperaturen hast du es genau richtig gemacht: Ruhiger angehen und genießen. Glückwunsch, dass das so gut geklappt hat, denn auch die Beherrschung muss gelernt sein!

  4. Heike schrieb am 10. Juli 2010 um 04:41:

    Auch ich war beim 5-Seen Lauf habe aber nur die 15Km hinter mich bringen müssen.
    Ich habe alle bewundert die sich auf die 30Km gewagt haben. Bei den Temepraturen hätte ich umgemeldet.
    Herzlichen Glückwunsch dazu

  5. Laufblog: Lauf, Hannes! schrieb am 3. August 2010 um 23:12:

    Laufmomente 2010: Juli…

    Die schönsten Laufmomente des Juli, unter anderem mit: Jana: Hitzeschlacht Fünf-Seen-Lauf…

  6. Rostock-Blogs.de schrieb am 25. August 2010 um 11:30:

    Hitzeschlacht beim 26. Fünf-Seen-Lauf…

    Am Wochenende dürfte wohl fast der wärmste Fünf-Seen-Lauf überhaupt gewesen sein, mit 32°C im Schatten! “Perfektes” Laufwetter also für einen 30km-Wettkampf, oder etwa nicht? Wenn ich Matze glauben kann, dann ist beim Fünf-Seen-La………