24. August 2010

11. Schwedenlauf und Arztbesuche

Im Training geht momentan alles drunter und drüber. Erst hab ich mit Druck auf den Ohren zu kämpfen und nun laut Arzt mit einer Magen-Darm-Grippe. Keine guten Vorraussetzungen für die Landesmeisterschaft über 10km am Samstag und für den Marathon in 4 Wochen… :-(

Am Sonntag vor 1,5 Wochen machte ich mich auf zu meinem langen Lauf, aber schon nach etwas über 10km begann ich Druck auf meinem linken Ohr zu bekommen. Dies bekam ich zu Beginn auch noch durch Druckausgleich in den Griff, aber dann blieb der Druck und ich hörte in dem Ohr sehr laut meine eigene Atmung usnd die Umgebungsgeräusche eher schlecht. Das hat genervt… nach 27km im 5:25min/km-Schnitt, kam ich endlich wieder Zuhause an, aber der Druck auf dem Ohr verschwand erst nach gut 1-2h. Da ich dieses Problem 2 Wochen zuvor auch bei der Rostocker Marathonnacht hatte, nur auf beiden Ohren, entschied ich mich damit zum HNO-Arzt zu gehen. Die Ärztin meinte es würde an meiner schiefen Nasenscheidenwand und der damit zusammenhängenden schlechten Nasenatmung liegen, und riet mir zu einer Begradigung Nasenscheidewand. Toll… :-( Da ich von der Idee nicht so begeistert war, suchte ich noch einen anderen HNO-Arzt auf, der meine Nasenatmung maß und zu dem gleichen Schluss kam. Auf dem linken Nasenloch bekäme ich wohl nur halb so gut Luft, wie es sein sollte, und auf der rechten Seite war es auch nur Stückchen besser. Er sagte mir, dass durch eine OP das mit dem Druck sicherlich besser werden würde, aber ich mir überlegen sollte, ob es mir den Aufwand wert wäre, wenn ich damit im Alltag keine Probleme hätte. Immerhin bedeutet eine Begradigung der Nasenscheidewand eine Woche Krankenhausaufenthalt und noch zusätzliche 1-2 Wochen Ausfall. Ich habe mich so vorerst gegen eine OP entschieden. Wenn es schlimmer wird, kann ich es ja immer noch machen.

Am Dienstag lief ich noch 7x1000m Intervalle, Donnerstags einen lockeren Halbmarathon, bei dem ich mich deutlich besser fühlte als auf den 27km und den Tag drauf 11km. Am Sonntag stand in Wismar der Schwedenlauf an, über 10km. Darauf war ich sehr gespannt, da mein letzter glatter 10km-WK schon fast 3 Monate her war (Inselseelauf, 45:37min) und das Wochenende drauf mein letzter 10er in diesem Jahr bei der Landesmeisterschaft in Bützow stattfinden würde. Und für die LM hatte ich mir vorgenommen, endlich meine Bestzeit von 43:55min zu knacken. Der Schwedenlauf war somit ein guter Test :-) Matze und ich wurden von seinen Eltern nach Wismar begleitet, und dort trafen wir uns dann mit meinen Eltern, meinem Bruder Roland und  seinem Kumpel Karl. Meine Eltern schauten diesmal beide nur zu, da mein Vater den Tag zuvor beim Müritz-Lauf über die 28km startete. Wie sie uns erzählten, war dort sogar Sabrina “Mocki” Mockenhaupt am Start. Hätten wir das vorher gewusst… ;-) Dann hätte Matze vorne mit Mocki laufen können und ich wäre mit viieel Glück und einem guten Tag vielleicht sogar mit Mocki auf dem Treppchen gewesen… wie gerne hätte ich euch davon berichtet :-P Immerhin schoß mein Papa noch ein Errinnerungsfoto mit ihr. (Sein Blogeintrag dazu)

Um 10Uhr wurde mit Kanonenfeuer der Lauf eröffnet und ich versuchte mich nicht durch die anderen Läufer zu einem zu hohen Tempo drängen lassen. Einige Meter vor mir, eine Frau die recht durchtrainiert und fit aussieht… “Bestimmt viel zu schnell, die läuft bestimmt 40min”, denke ich und nehme mein eigenes Tempo auf, so zwischen 4:20 und 4:30min/km. Doch falsch gedacht, die Frau vor mir behält den ganzen Lauf über den gleichen Abstand zu mir, vielleicht 50-70m. Doch ich komme nicht heran und habe keine Gruppe die mich zieht. Ich laufe an einem Läufer herran, nach ein paar gemeinsamen Metern, werden sie mir zu langsam, so ziemlich alle scheinen sich mit ihrem Anfangstempo übernommen zu haben, so dass ich den ganzen Lauf über das ganze Spielchen immer wieder von vorne spielen darf: rankämpfen, kurzer Windschatten, rankämpfen, kurzer Windschatten,… das schlaucht. Und der Fakt trotz der Bemühungen nicht einen Meter an die Frau vor mir heranzukommen, motivieren nicht grade ;-) Kilometer 3-6 laufe ich sehr konstant in 4:30er Schnitt, Kilometer 7 zeigte mir mein Forerunner kurioser Weise sogar einen Schnitt von 4:01min/km an. Muss wohl irgendwie bergab gegangen sein, ohne dass ich es bemerkt hatte, denn auch Matzes und Rolis 7. Kilometer waren ihre schnellsten. Allerdings begann ich auch im Laufe dieses Kilometers mich langsam elender zu fühlen: die Sonne kam raus, ich bekam leichte Bauchschmerzen, die Ohren waren mal wieder zu und der Puls stieg plötzlich stärker an.

Plötzlich sah ich vor mir noch eine Frau, von der ich zuvor gar nicht wusste, dass sie auch noch vor mir war. Froh endlich wieder eine Gruppe gefunden zu haben, wollte ich dahinter bleiben, aber sie feuerte mich an, doch vorbeizugehen und dass ich es noch schneller schaffen würde… Also ging ich schweren Herzens… ähhh… lief hohen Pulses an ihnen vorbei und tatsächlich: die Frau die ich die ganze Zeit im Blick hatte kam näher… wenn ich nur die Kraft hätte, die letzten 2km noch mal anzuziehen, könnte ich sie kriegen, denn auch sie wird langsamer. Trotzdem, mein Körper will nicht mehr schneller werden, er will nur noch ins Ziel und so halte ich den Abstand und komme mit 44:17min 11sec nach ihr ins Ziel. Ich ging zu ihr um ihr zu gratulieren, aber sie scheint sich übergeben zu haben, anscheinend war sie sogar noch einen Tick kaputter als meiner einer. Ich gönne ihr den 3. Platz, haben wir uns doch beide so am Ende gequält ;-) Die ersten beiden Plätze belegten übrigens Christiane Pilz und Beate Krecklow, die etwa 5min vor mir das Ziel erreichten :P

Mit meiner Zeit bin ich soweit zufrieden, wobei es noch etwa 20sec zu meiner Bestzeit hin sind. Immerhin war es dieses Jahr meine Bestleistung über die 10km :-) Eine Prognose für Bützow traute ich mich dennoch nicht anzustellen, da ich sehr kaputt war am Ende. Aber ich denke mit dem Windschatten in einer Gruppe wären noch ein paar Sekunden herauszuholen gewesen. Matze belegte übrigens den 3. Platz hinter Christoph Hintz und Philipp Baar. Damit und mit einer Zeit 33:33min war er soweit auch zufrieden. :-) Fast schade übrigens, dass ich keine 44:44min gelaufen bin, denn ich belegte einen 4. Platz bei den Frauen und 44. Gesamt und Matze mit den 33:33min einen 3. Platz Gesamt und 3. Platz bei den Männern. Schöne Schnapszahlen ;-)

Und nun zum nächsten Arztbesuch: heute Nacht um halb 4 wachte ich plötzlich mit tierischer Übelkeit auf, konnte mich trotz aller Bemühungen nicht übergeben und versuchte wieder einzuschlafen. Heute morgen als der Wecker klingelte, war die Übelkeit natürlich immer noch nicht verschwunden und tata: mein gestriges Abendbrot fand seinen Weg wieder nach draußen. Mir ging es dadurch auch ersteinmal besser, doch schon nach meinem Zwieback-Frühstück zu dem ich nur Wasser trank, meldete sich die Übelkeit wieder. Ich fuhr trotzdem erstmal zum Praktikum, in der Hoffnung, dass sich das wieder legen würde. Grade mal eine Stunde auf Arbeit kam mir aber auch wieder mein Frühstück hoch und ich entschied dann doch lieber zum Arzt zu gehen und mich Zuhause zu erholen. Ich dachte ich müsste was falsches gegessen haben den Tag zuvor, aber der Arzt tippte auf eine Magen-Darm-Grippe, die jetzt wieder um sich greift. Toll, nun habe ich bis Freitag eine Krankschreibung und darf das Bettchen hüten. :-( Nicht nur, dass es langweilig ist, sondern auch den Bützower Citylauf am Samstag Sonntag kann ich vergessen, wenn es mir nicht bald besser geht. Der Gedanke ärgert mich besonders, weil es für dieses Jahr mein letzter 10er sein sollte und somit die Chance auf eine neue Bestzeit vertan ist. Die Marathon Vorbereitung ist zwar auch betroffen, aber da es mir sowieso hauptsächlich ums finishen geht, sollte mich das nicht allzu beunruhigen, solange ich danach wieder fit bin…

Seit heute Mittag ist zum Glück der Zwieback und die Banane im Magen geblieben, also die Übelkeit kaum noch vorhanden, habe auch keinen Fieber und Durchfall, aber irgendwas stimmt dennoch nicht. Ich habe heute den halben Tag durchschlafen können, bekomme nach dem Aufstehen Schüttelfrost, meine Glieder fühlen sich seltsam an und mein Ruhepuls ist viel zu hoch. Das letzte Mal habe ich ihn zwar vor über einem Jahr gemessen, dort lag er bei 53 Schlägen/Minute, aber als ich auf Matzes Anraten vorhin mal gemessen habe, wollte er nicht unter 70 fallen… irgendwas stimmt also nicht. Ich hoffe das ist bald überstanden und ich stecke Matze nicht an… :-/

Siehe auch:

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  1. Antje schrieb am 24. August 2010 um 22:22:

    Hallo Jana,
    ich wünsche Dir gute Besserung und hoffe, wir sehen uns am WE in Bützow. Sag mal ist der Lauf nicht am Sonntag???

    Liebe Grüße
    Antje

  2. Hannes schrieb am 24. August 2010 um 22:30:

    Liebe Jana,

    gönne dir eine Pause und ruhe dich gut aus, bis du wieder fit bist. Die Wettkämpfe haben Kraft gekostet, das merkt man dir langsam an. Da können die Schnapszahlen noch so schön sein *grins*
    Glückwunsch daher auch zu der guten Zeit, einen starken Bestzeit-Versuch kannst du aber auch auf das nächste Jahr verschieben. Je größer der Sprung, desto größer die anschließende Euphorie, ich spreche da aus Erfahrung ;-)

  3. Jana schrieb am 24. August 2010 um 22:52:

    @Antje:
    Du hast Recht! Der ist ja tatsächlich am Sonntag! :-) Mir war wie Samstag… :-p

  4. Antje schrieb am 25. August 2010 um 09:36:

    ich war etwas verwirrt… aber so bleibt uns noch ein bisschen Zeit… aber die Gesundheit geht erstmal vor!!!

    Bis bald
    Lg, Antje

  5. Jana schrieb am 25. August 2010 um 10:00:

    @Hannes:
    Natürlich schlauchen die Wettkämpfe, aber die Lauf-Saison ist ja nun fast vorbei, so dass bald auch mehr freie Wochenenden zum entspannen anstehen.

    Ich würde schon gerne dieses Jahr noch mal unter 44min kommen wollen, weil ich im nächsten Jahr vielleicht nicht mehr so viel Zeit zum trainieren haben werde, da Matze und ich Anfang nächsten Jahres einen kleinen Hunde-Welpen zu uns holen, der auch seine Zeit haben möchte :-)

    Nächstes Jahr wird also definitv ruhiger und auch keine 25 Wettkämpfe mehr beinhalten ;-)

  6. Rostock-Blogs.de schrieb am 25. August 2010 um 11:18:

    11. Schwedenlauf und Arztbesuche…

    Im Training geht momentan alles drunter und drüber. Erst hab ich mit Druck auf den Ohren zu kämpfen und nun laut Arzt mit einer Magen-Darm-Grippe. Keine guten Vorraussetzungen für die Landesmeisterschaft über 10km am Samstag und für den Marathon i……

  7. Grit schrieb am 25. August 2010 um 13:26:

    Also ich kenne das mit dem Druck auf den Ohren – wirklich unangenehm! Bei mir ist die Ursache aber Anstrengung (das Ohr geht zu, wenn ich wirklich am Limit laufe) bzw. Flüssigkeitsmangel (passiert auch manchmal im Alltag, dass auf einmal der Druck da ist, trinke dann ein paar Schlucke und schwups ist er wieder weg –> schon komisch…). Naja meine Mum kennt das auch, von daher spielen da wohl auch genetische Faktoren eine Rolle. Auf jeden Fall wünsche ich dir gute Besserung und schicke dir liebe Grüße nach HRO.

  8. Steffen schrieb am 26. August 2010 um 13:48:

    Hallo Jana,

    erst einmal herzlichen Glückwunsch zum 4. Platz, das hast du erneut ganz prima gemacht und es war wie immer ein Vergnügen, durch deinen Bericht sozusagen regelrecht mit zulaufen.
    Die Darmgrippe kommt natürlich zu einem sehr unglücklichen Zeitpunkt, aber mache bitte nicht den Fehler jetzt zu viel von dir zu verlangen. DIe vielen Wettkämpfe der letzten Zeit haben dich wohl doch ordentlich Körner gekostet. Erhole dich gut und starte dann frisch gestärkt wieder durch.
    Schau mal, auch wir Freaks haben uns nach dem letzten 100er 7 komplett sportfreie Tage selbst auferlegt, auch wenn es sehr schwer gefallen ist. Es muss eben manchmal sein.

    Ich wünsche dir gute Besserung und glaube mir, deine neue PB über die 10 Km wird kommen, ganz sicher, und den Marathon schaffst du auch, und zwar in unter 4 Stunden, wetten?

    Herzliche Grüße,
    Steffen

  9. 11. Wismarer Schwedenlauf am 22.08.2010 schrieb am 29. August 2010 um 22:28:

    [...] hat auch schon einen Bericht zum Schwedenlauf eingestellt, Jana ebenso. Von mir gibt es dafür den ultimativen [...]