Nach zwei nahezu lauffreien Wochen, dank Post-Marathon-Regenerationswoche, Support beim Berlin-Marathon und Erkältung, ging es heute trotzdem noch relativ spontan zum Lübtheener Lindenstadt-Volkslauf über 15km. Dass nun keine Fabelzeit zu erwarten war, war mir bewusst, aber unter den Umständen konnte ich zufrieden mit meiner Leistung sein.
Nach dem Einstein-Marathon hatte ich noch 2 Tage etwas Muskelkater, der dann aber am Mittwoch schon wieder fast vollständig verschwunden war, so dass ich ein kurzes lockeres Läufchen mit meinen neuen Saucony Fastwitch 4 wagen wollte. Ich lief auch locker 5km in Richtung Haus meiner Eltern im 5:30er Schnitt. Auf dem 3km langen Rückweg, auf dem es leicht bergab ging, wurde ich immer aber immer schneller, weil es so einen Spaß machte und steigerte mein Tempo von 4:50 auf 4:30min/km. Die Schuhe sind im Gegensatz zu meinen anderen so leicht, dass ich sie kaum spüre beim Laufen. Toll
Am Tag drauf lief ich auch noch einmal lockere 5km im 5:22er Schnitt. Am Samstag machten wir uns mit meiner Familie auf nach Berlin, wo mein Papa seinen ersten Marathon absolvieren wollte. Das Programm in Berlin war sehr straff durchgeplant, so muss ich wohl nicht extra erwähnen, dass wir selbst keine Zeit zum Laufen hatten
Kaum in Lichtenrade/Berlin im Hotel angekommen, machten wir uns auch schon auf zur Marathonmesse, wo wir noch Achim Achilles höchst persönlich trafen, der meinen Papa, als fleißigsten Blogger (berlifan) der Achim-Achilles-Community, auch sofort erkannte. Wir erzählten noch ein viertel Stündchen, Papa bekam ein Autogramm und Erinnerungsfoto und dann ging es aber zur Startnummernausgabe. Wir stöberten noch bis zum Ende der Messe herum und Matze entdeckte am Mizuno Stand DEN Schuh seiner Träume… naja, zumindest DEN Schuh den er schon seit einem Jahr auf den Laufmessen sucht: den Mizuno Universe 3. Das Unglaubliche an dem Schuh ist, dass das Paar Schuhe (230g) sogar noch mal ganze 100g leichter ist, als seine Nike Mayfly, bei denen er schon glaubte es sei nicht möglich einen noch leichteren Schuh zu finden. Nach der Marathon Messe gingen wir noch in Lichtenrade seeehhr leckere Pizza essen, bevor Matze und ich uns noch einmal in die Stadt aufmachten um uns mit Freunden aus Berlin zum Cocktail zu verabreden. Wenn man schon mal da ist…
Dadurch kamen wir allerdings auch erst um 2Uhr nachts ins Bett und mussten nach nur 5h Schlaf wieder raus aus den Federn.
Morgens spürte ich gleich ein leichtes Kratzen im Hals… schiete… :-/ Beim Auszug aus dem Hotel bediente ich mich an der Rezeption daher noch an einer Hand voll Bonbons, die auch kurzfristig das unangenehme Gefühl im Hals linderten. An diesem Tag regnete es in Strippen und Papa tat uns allen schon Leid, dass er so ein blödes Wetter erwischt hatte. Zum Start kamen wir nicht mehr pünktlich genug, also machten wir uns direkt zu Kilometer 8 auf, wo wir Papa anfeuern wollten. Trotz der Masse an Leuten fanden Matze und ich meinen Papa sehr schnell, dank seines grünes Shirts und passenden Basecaps.
So konnten wir sogar noch einklatschen. Danach machten wir uns auch schon in Richtung Ziel auf um die Zieleinläufe der Sieger und von Sabrina Mockenhaupt abzuwarten. So durchgefroren wie wir waren suchten wir uns dann erstmal ein Restaurant wo wir uns mit Tomatensuppe wärmten und stellten uns dann an die Strecke bei Kilometer 39. Wir feuerten viele Läufer mit Namen an und klatschten mit ihnen ein, das machte schon Spaß
Bald sahen wir auch wieder meinen Papa auf der anderen Straßenseite entlanglaufen und brüllten und winkten wie verrückt. Das konnte er ja gar nicht überhören und winkte zurück. Die 4h-Marke war nicht mehr zu schaffen, aber dass war beim ersten Marathon auch sekundär. Bei Kilometer 42 konnten wir ihm noch mal zujubeln und nun Papa war auch die Erleichterung, bald das Ziel erreicht zu haben, ins Gesicht geschrieben. Er konnte so seinen ersten Marathon in tollen 4:17h finishen. Da bin ich wirklich stolz
Seinen Blogeintrag dazu gibts hier.
Während der Rückfahrt nach Rostock merkte ich nun deutlich, dass eine Erkältung in Anmarsch war, meine Nase kribbelte schon wie verrückt und mein Hals tat etwas weh. Zuhause angekommen trank ich daher gleich mal 1,5l Tee in der Hoffnung die Erkältung noch stoppen zu können. Aber es half alles nichts: am Montag morgen gings mir nicht wirklich gut. Ich fühlte mich müde, meine Nase war zu und mein Hals schmerzte wieder. Suuuper…
Die nächsten Tage verbrachte ich also nur Zuhause, Tee trinkend, schlafend, langweilend und das einzige was lief war meine Nase. Ich hasse Erkältungen. Am Freitag Abend kribbelten mir schon so meine Beine durch 7 lange Tage Laufpause, dass ich trotz des noch leichten Schnupfens ein kleines 5km-Läufchen wagte. Das war zwar nicht besonders langsam, aber mein Puls war einfach noch viel zu hoch dafür. Naja, wen wunderts.
Matze plante diese Woche noch spontan beim Lübtheener Lindenstadt-Volkslauf zu starten um seine nötigen 5 Laufcup-Läufe noch voll zu bekommen. Durch meine Erkältung war ich mir noch nicht sicher ob ich mitlaufen könnte. Wenn es mir am Sonntag wieder gut gehen würde, würde ich auch starten. Am Samstag morgen plante ich eigentlich auch zu laufen, ließ es dann aber doch sicherheitshalber bleiben, weil mein Ruhepuls immer noch 7 Schläge höher als Normal war und meine Erkältung noch nicht 100%ig ausgestanden zu sein schien.
Heute morgen hab ich dann gleich wieder Ruhepuls gemessen: 48 Schläge/Minute. Also alles wieder normal. Das freute mich, denn so stand meinem Start in Lübtheen nichts mehr im Wege.
Da ich in den letzten 2 Wochen grade mal 3 Läufe bzw. 20km gelaufen war, wusste ich nun überhaupt nicht meine Form einzuschätzen. Nach der Erkältungswoche wohl eher nicht so doll…
Egal, ich wollte heute einfach mal sehen wie es läuft.
Nach fast 2h Fahrt kamen wir etwa eine Stunde vor dem Start in Lübtheen an. Vor Ort entdeckte ich auch noch Anne Prahl aus Greifswald, die auch in meiner Altersklasse startete. Wir unterhielten uns etwas und unter anderem auch über unsere Zielzeiten bei diesem 15km-Lauf. Anne wollte gerne 1:10h laufen, was Bestzeit für mich bedeuten würde und nach der vergangenen Woche wohl kaum drin wäre. Trotzdem bot ich an erstmal zusammen zu laufen und ein 4:40er Schnitt laut Forerunner anzugehen. Wenn es mir zu viel werden würde, könnte ich ja immer noch langsamer machen. Das Tempo trafen wir auch ziemlich gut mit den ersten Kilometerzeiten von 4:38, 4:38, 4:37, 4:40, 4:41. Dann war die erste von drei Runden zu Ende und ein Blick auf die Pulsanzeige verriet mir, dass ich wohl lieber etwas langsamer machen sollte. Ich nahm also etwas Tempo raus und ließ Anne ziehen. Die restlichen Kilometer lief ich ziemlich konstant in 4:50min/km, allerdings alleine, was auf der Strecke ziemlich langweilig war. Die “Runde” war eher ein Dreieck mit 3 langgezogenen Geraden. Erst 1,5km Waldweg geradeaus, dann 1km Straße (kam mir viel länger vor) mit “schönem” Gegenwind und dann noch mal nicht endend wollende 2,5km Waldweg. Vor der zweiten und dritten Runde legte ich noch 2 Gehpausen am Getränkestand ein, um meinen Puls etwas nach unten zu bringen. Half aber nicht viel
Am Ende des 15km-Laufs war ich mal wieder bei einem Puls von 210 angelangt. Meine Beine fühlten sich auch diesmal bis zum Ende super locker an, was aber bei dem Puls nicht viel hilft. Ich wollte es nicht drauf anlegen so kurz nach meiner Erkältung meinen Maximalpuls erreichen zu wollen. Nach 1:11:54h erreichte ich als 4. Frau und 2. meiner Altersklasse das Ziel.
Mit der Zeit war ich unter den Umständen meiner erst sehr kürzlichen Genesung wirklich zufrieden. Immerhin lag ich trotz der 2 Gehpausen an den Getränkeständen nur 40 Sekunden über meiner offiziellen Bestzeit. Ich bin mir ziemlich sicher, dass eine Zeit von unter 1:10h an einem guten Tag locker drin wäre
Matze belegte insgesamt den Zweiten Platz und in seiner AK den Ersten. Alle Altersklassensieger wurden mit einem Pokal belohnt, so dass fast unser ganzer Verein “SV Post Telekom Schwerin” mit einem Pokal nach Hause gehen durfte.
Nun muss ich erstmal zusehen, dass ich meinen hohen Wettkampfpuls etwas runtertrainiert bekomme. Also demnächst weiterhin lange langsame Läufe machen und hoffen dass es hilft.
Mal gucken, wann ich zu solchen Läufen überhaupt komme, denn an den nächsten 6 Wochenenden stehen 6 Wettkämpfe an. Haltet mich bitte nicht für bekloppt, dass muss ich mir schon oft genug anhören
An den nächsten Wochenenden gibts also noch folgende Läufe in dieser Reihenfolge:
- Dierhäger Staffelmarathon, wo ich aber nur 5km laufen werde
- Rügenbrückenlauf über 12km, wo ich mir aber kein Zeitziel setze
- Dresden Marathon, wo ich noch nicht genau weiß ob ich nur zuschaue oder versuche eine neue 10km oder Halbmarathon-Bestzeit zu laufen
- Stralsunder Fachhochschullauf, wo ich das erste Mal 10 Meilen auf Zeit laufe werde
- Graal-Müritzer Schneckenlauf über 10km
Also ist es nicht so bekloppt, so viele Wettkämpfe zu laufen, wenn man nicht alle am Limit rennt
Viele Wettkämpfe sehe ich halt auch einfach als schnelle Trainingsläufe.
Siehe auch:
- marathon-matze.de: 20. Lübtheener Lindenstadtvolklauf
- sprintefix.de: 20. Lindenstadt-Volkslauf aus Supportersicht
- sprintefix.de: real,- Berlin Marathon – Mein Debüt!









20. Lübtheener Lindenstadt-Volkslauf…
Nach zwei nahezu lauffreier Wochen, dank Post-Marathon-Regenerationswoche, Support beim Berlin-Marathon und Erkältung, ging es heute trotzdem noch relativ spontan zum Lübtheener Lindenstadt-Volkslauf über 15km. Dass nun keine Fabelzeit zu erwarten w……
Wie du schon selbst zugeben musst, für einen schnellen Trainingslauf war das ein super Resultat, Glückwunsch!
Ich glaube das Bild von dir im Ziel zeigt das Ganze wunderbar. Mit einem Lächeln ins Ziel.
Ihr seid schon ein sportverrückte Familie, mein lieber Schwan!
Erst Papa, und dann du, echt bemerkenswert. Und hey, wie bist du denn drauf? Nach einer Erkältung und fast 14 lauffreien Tagen einen 2. Platz in deiner AM mit einer solch grandiosen Zeit zu laufen, sensationell!
Ich dich für bekloppt halten? Niemals!
Im Gegenteil, weiter so, und, viel Spaß und viel Erfolg dabei,
Steffen
P.S Aus Berlin haben wir auch eine Erkältung mitgebracht, warst also nicht alleine