15. Dezember 2010

31. Nikolauslauf und Jahresrückblick

Da sich das Jahr langsam dem Ende zuneigt und mit dem Nikolauslauf am Sonntag wahrscheinlich mein letztes Laufevent in diesem Jahr war, wird es Zeit für einen kleinen Rückblick auf die Laufsaison :-)

31. Nikolauslauf Rostock

Am Sonntag fand hier in Rostock zum 31. Mal der Nikolauslauf statt. Papa und ich wollten genau wie letztes Jahr wieder die lange Strecke (etwa 23km) im langsamen Tempo laufen. Da die Strecke durch Schnee und Eis etwas glatt war, wäre an einen “Wettkampf” sowieso nicht zu denken gewesen. Ebenso wie wir nahm ihn auch ein Großteil der Teilnehmer als Trainingslauf, wir sogar passenderweise mit Nikolausmützen :-) Da die ursprüngliche Strecke über Feld- und Waldstrecke bei dem Wetter zu gefährlich gewesen wäre, wurde sie kurzerhand etwas geändert, so dass auf geräumten Wegen gelaufen werden konnte. Am Start fanden wir uns mit René zusammen, der auch nur ganz gemächlich laufen wollte. Ohne Probleme einigten Papa, René und ich uns stillschweigend auf ein Tempo von etwa 5:50min/km und liefen so sehr konstant und schnatternderweise zusammen unsere Kilometer. Nach etwa 10km kam uns Matze schon wieder entgegen, der angesichts des Abstands zu den nächsten Läufern den Pokal schon sicher hatte. Die Wendemarke erreichten wir bei Kilometer 12, wo man sich mit Tee und Keksen stärken konnte. Den Tee nahm ich gerne, aber auf Kekse beim Laufen verzichtete ich doch lieber. Auf dem Rückweg blies nun ordentlicher Wind von der Seite und ließ einem das Gesicht erfrieren. Aber die letzten Kilometer gingen schnell vorbei und wir erreichten nach fast 23km das Ziel in 2:13h. Das war mein längster Lauf seit dem Marathon und ich bin froh dass wir hier die lange Strecke gewählt haben. Alleine im Training hätte ich bei der Kälte wohl keine 23km abgespult. Und: auch keinen 200g-Schoko-Nikolaus als Belohnung bekommen :-)

Mein Jahresrückblick auf die Saison 2010

Die Laufsaison in diesem Jahr war lang: an insgesamt 28 Laufevents haben Matze und ich dieses Jahr teilgenommen. Das bedeutet im Schnitt mindestens alle 2 Wochen eins. Für mich klingt das schon gewaltig viel, obwohl mein Papa uns da alle noch übertroffen hat mit seinen bisher 35, bis Ende des Jahres wahrscheinlich 37, Läufen ;-)

Ein paar Wettkämpfe werden mir von diesen vielen wohl noch lange in Erinnerung bleiben. Auf eben diese möchte ich hier zurückblicken:

24.01.2010 – Rostocker Spendenlauf
Dieser Lauf ist an sich gar nicht spektakulär, denn es geht nicht um Plätze oder um Zeiten, sondern nur um den guten Zweck. Die Temperaturen allerdings waren definitiv eine Herausforderung. Satte -15°C! Und Matze und ich kamen noch auf die glorreiche Idee schon vor dem Lauf etwas “vorzuglühen”, so dass mir bei den insgesamt 17km bei der, man kann es nicht anders sagen, Schweinekälte regelrecht die Finger abfroren. Ich hätte heulen können, so stark schmerzten die Finger vor Kälte… An diesen Lauf werde ich mich definitiv noch länger erinnern.

25.04.2010 – Hamburg Marathon
Dieser Lauf wird wohl DER Lauf sein, den ich nie vergessen werde. Im vergangenen Winter hatte ich mich endlich dafür entschieden meinen ersten Marathon zu wagen und trainierte trotz Schneemassen fleißig genau nach Plan. Ich fühlte mich perfekt vorbereitet und war voller Vorfreude auf diesen Lauf. Dann der große Tag: es ging los, ich war mitten in meinem ersten Marathon. Ich fand es sehr aufregend und die Menschen am Straßenrand die einen anfeuerten ließen die Kilometer nur so dahinsausen. Bis Kilometer 30 war ich wohl nur am grinsen, weil es mir solchen Spaß machte in Hamburg meinen ersten Marathon zu laufen. Und auch von der Zeit lag ich gut im Rennen, eine 3:45h hatte ich mir vorgenommen. Irgendwann nach dem 30. Kilometer wurden langsam die Beine schwerer, aber ich hielt das Tempo. Mein Puls ging ins Unendliche, aber ich hielt das Tempo weiter. Das sind also die berüchtigten letzten Kilometer. Aber Jana, du machst nicht schlapp, du fängst nicht an zu gehen… Nur noch 2km und dann hast du es wirklich geschafft, also quäl dich noch ein wenig… Und Schwups bin im Sani-Zelt aufgewacht! Ich wusste nicht wo ich war und wie ich dahin gekommen war. Scheinbar bin ich kurz vor der Kilometer 40-Marke einfach umgekippt und ohnmächtig geworden. Nach und nach kam mein Bewusstsein und meine Erinnerungen wieder zu mir. Ich war einfach nur enttäuscht und traurig. So kurz vor dem Ziel… HÄTTE ich mal mehr Rücksicht auf meinen Körper genommen und wäre gegangen… dann hätte ich zwar die 3:45h nicht mehr geschafft, aber immerhin noch unter 4h ins Ziel gekommen und hätte gefinisht! Ich fühlte mich nach diesem Marathon(-Versuch) so kaputt und niedergeschlagen, dass ich es mit dem Marathon ganz sein lassen wollte. Nie wieder so eine Qual!… Der Vorsatz hat aber (zum Glück) nicht so lange gehalten. :-) Immerhin eines habe ich gelernt: mehr Rücksicht auf meinen Körper zu nehmen bei Wettkämpfen.

29.05.2010 – Landesmeisterschaft 10.000m Güstrow
Meine erster 10.000m-Wettkampf auf der Tartanbahn. Allzu groß war die Vorfreude darauf nicht, denn ich stellte ich mir 25 Runden auf der 400m-Bahn ganz schön eintönig vor. Aber durch die Einteilung der Läufer in Leistungsklassen wurde das Rennen sehr spannend, da sehr taktisch gelaufen wurde. Was mich besonders gefreut hat, ist dass meine Taktik ruhig zu starten um am Ende noch Gas geben zu können, so gut aufging und ich damit alle Frauen die in meinem Lauf noch vor mir lagen bis zum Ende einsammeln konnte. :-)

19.06.2010 – Krakower Mittsommernachtslauf
Eigentlich wollte ich meinen ersten 30km-Wettkampf beim Fünf-Seen-Lauf in Schwerin absolvieren, aber zwei Wochen zuvor entschieden wir uns kurzfristig auch beim Krakower Mittsommernachtslauf die 30km mitzulaufen. Zum Glück, denn das Wetter war perfekt für so einen langen Lauf und die Runde um den Krakower See war zwar etwas hügelig, aber ansonsten wunderbar. Ich ließ zum Anfang alle Frauen vor mir ziehen und lief mein Tempo. Ich war verwundert dass ich den 5min-Schnitt so lange halten konnte ohne einzubrechen. Ich hatte anscheinend von Anfang an das perfekte Tempo gewählt und wurde am Ende dafür auch mit 2 Pokalen belohnt, denn bis auf eine sammelte ich noch alle Frauen ein und belegte den 2. Platz in der Gesamtwertung der Frauen und den ersten Platz in meiner Altersklasse. Eine Zeit von 2:31h hatte ich mir zuvor eigentlich nicht zugetraut, mit dem Ergebnis war ich also mehr als glücklich. Dass Matze die Gesamtwertung gewann und auch 2 Pokale mitnehmen konnte, machte den Lauf perfekt :-)

03.07.2010 – Fünf-Seen-Lauf Schwerin
Nach dem tollen 30er zwei Wochen zuvor in Krakow, bei dem perfekte Laufbedingungen herrschten, war es in Schwerin nun ganz anders mit 32°C im Schatten! Auf alle Fälle eine große Herausforderung. Da ich nicht scharf darauf war zu übertreiben und wie in Hamburg irgendwann umzukippen, ließ ich den Lauf locker angehen und gab auf meinen Puls Acht. Ich nutzte jede Wasserstelle dazu mir den Kopf mit Wasser zu kühlen und ließ auch keinen Gartenschlauch aus. Aber die Strecke beim Fünf-Seen-Lauf ist so schön, dass ich ihn trotz Hitze genießen konnte.

31.07.2010 – Rostocker Marathon Nacht
Da ich schon die Halbmarathon-Landesmeisterschaft im Frühjahr auslassen musste, da mir der Hamburg-Marathon noch zu sehr in den Knochen steckte, wollte ich dieses Jahr einen Halbmarathon laufen um endlich eine offizielle Halbmarathon-Bestzeit zu haben. Meine Traumzeit lag bei unter 1:40h, wobei ich daran noch nicht recht glauben wollte. Ich fand aber bald einen Mitläufer, der ein super konstantes Tempo von 4:40min/km lief und ich versuchte so lang wie möglich dran zu bleiben. Meine Beine fühlten sich trotz des (für mich) hohen Tempos super an und wundersamer Weise nahm sogar mein Mitstreiter eher das Tempo raus als ich. Die letzten Kilometer musste ich also allein bestreiten, was ungleich schwerer fiel. Nach 1:40:48h kam ich endlich ins Ziel. Leider habe ich meine Traumzeit so knapp verpasst, aber enttäuscht war ich nicht. Mit einer Zeit von 1:40h war ich dennoch sehr zufrieden. :-)

19.09.2010 – Einstein Marathon Ulm
Nachdem mein erster Versuch an einem Marathon scheiterte, konnte ich mich doch aufraffen und noch in diesem Jahr einen neuen Versuch starten. Dieses Mal nahm ich mir nur vor nach Puls zu laufen und zu finishen. So etwas wie in Hamburg dürfte mir nicht noch Mal passieren, denn dann hätte ich das Kapitel Marathon wohl abgeschlossen. ;-) Mein Puls war von Anfang an ungewohnt hoch, wahrscheinlich vor Aufregung, aber ließ mich nicht weiter nervös machen dadurch und schraubte mein Tempo einfach dementsprechend runter. Meine Beine fühlten sich bis zum Ende vergleichsweise fit an, so dass ich die letzten Kilometer wenigstens noch etwas Zeit gut machen konnte. Das Ziel erreichte fast punktgenau unter 4h: 3:59:37h. Eine Zeit von unter 4h hatte ich durch meinen langsames Tempo zu Beginn schon abgehakt, so dass ich sehr erleichtert war, es doch noch geschafft zu haben. Aber ich habe mich für einen Marathon am Ende noch zu gut gefühlt glaube ich, denn beim Finish wollte sich nicht das erwartete Glücksgefühl einstellen. Trotzdem, es bleibt mein erster Marathon und ein schöner Lauf der mir immer im Gedächtnis bleiben wird.

30.10.2010 – Stralsunder Fachhochschullauf
Mein erster 10 Meilen-Wettkampf. Es war windig, ab und zu hügelig und ich bin auf den 16km trotzdem eine 15km-Bestzeit gelaufen. Ein toller Wettkampf :-)

Das waren also die Höhepunkte dieser Laufsaison. Und obwohl ich leider keine 10km-Bestzeit laufen konnte, was ich wirklich schade finde, kann ich trotzdem überaus zufrieden sein. Denn immerhin konnte ich neue Bestzeiten auf allen längeren Strecken aufstellen. :-)

Was meine Pläne für das nächstes Jahr angeht: darauf werde ich wohl in meinem nächsten Blogeintrag eingehen :-)

Siehe auch:

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  1. Rostock-Blogs.de schrieb am 16. Dezember 2010 um 11:08:

    31. Nikolauslauf und Jahresrückblick…

    Da sich das Jahr langsam dem Ende zuneigt und mit dem Nikolauslauf am Sonntag wahrscheinlich mein letztes Laufevent in diesem Jahr war, wird es Zeit für einen kleinen Rückblick auf die Laufsaison 31. Nikolauslauf Rostock Am Sonntag fand hier in R……

  2. Christin schrieb am 16. Dezember 2010 um 12:14:

    Hallo Jana,
    euer Laufjahr war wirklich lang, aber auch erfolgreich.
    Und die 10km-Bestzeit ist dann 2011 fällig.
    Gruß Christin

  3. Bernd schrieb am 18. Dezember 2010 um 19:49:

    2010 war ein durchaus erfolgreiches Laufjahr für Dich. Viele Höhepunkte, tolle Bestzeiten. Also, auf ein Neues 2011!