Entgegen letztem Jahr, haben wir es glücklicherweise wieder geschafft ein Rostocker Uni-Team zusammenzutrommeln, um gegen die Greifswalder Universität antreten zu können
In jedem Jahr tritt unsere Universität im Rahmen des Greifswalder Citylaufs (10km) läuferisch gegen die Greifswalder an. Da der Lauf sonst immer am gleichen Wochenende wie der Rostocker Citylauf stattfand, war es meist schwer Rostocker Studenten dafür zu begeistern nach Greifswald zu kommen. Deswegen kam im letzten Jahr auch kein Duell zu Stande. In diesem Jahr findet der Lauf aber eine Woche vorher statt und so haben wir dieses Mal auch ziemlich schnell ein Team (jeweils mindestens drei Männer/Frauen) gefunden: Matze, Jasper, Felix, Roland, Julia, Frederike, Eliane und ich. Alle aus Matzes Laufkurs
Gewertet werden die jeweils besten drei Frauen und Männer über 10km und die Zeiten werden dann addiert. Wir wussten im Vornherein dass es für unser Team schwer werden würde, denn allein die Beste Greifswalder Studentin, Sandra Eltschkner (die letztes Jahr den Laufcup gewann), nimmt mir schon sieben Minuten ab! Allerdings hatten wir mit Matze auch den vierfachen Seriensieger im Team und viele schnelle Greifswalder Triathleten würden wohl nicht an den Start gehen, da am nächsten Tag die Duathlon Landesmeisterschaft stattfinden würde. Es war also noch Hoffnung da.
Mein Ziel für Greifswald lautete schon “Bestzeit”, also unter 43:55min. Diese Zeit bin ich nämlich vor zwei Jahren genau dort gelaufen und da ich letzte Woche meine Halbmarathon-Bestzeit aufstellen konnte, hoffte ich auch für eine über 10km fit genug zu sein. Am Dienstag, Matzes Laufkurs, hatte ich zwar noch mit sehr schweren Beinen zu kämpfen und auch beim lockeren Lauf zusammen mit Julia am Donnerstag fühlten sie sich noch nicht so erholt an, aber bis Samstag würde es sicherlich wieder ok sein. Und wenn das Wetter stimmt dann wäre eine neue Bestzeit bestimmt drin.
Kurz vor Mittag fuhren wir aufgeteilt in drei Autos los: Felix sammelte die Mädels ein, wir Jasper und seine Freundin (und Pino im Kofferraum). Auch Papa wollte das erste Mal in seiner Heimatstadt Greifswald an den Start gehen und machte sich mit Roland und Mutti zusammen auf die Socken. 11:45Uhr erreichten wir den Parkplatz, es war also noch genügend Zeit bis zum Start, der um 13Uhr sein sollte. Nachdem Matze und ich die Startnummern für alle abgeholt hatten trafen wir auch die ganze Mannschaft und unsere Zuschauer aus Greifswald (Matzes Schwester und Freunde, meine Oma und mein Onkel) an. Wir verteilten schnell die Startnummern und Hochschulsport-Shirts und zogen uns um. Meine Oma und mein Onkel waren so lieb und haben auf Pino aufgepasst vor, während und nach dem Lauf, wenn wir zu tun hatten. Da war ich sehr froh drüber, denn so mussten wir ihn bei dem sonnigem Wetter nicht im Auto lassen!
Ein paar Minuten später als geplant fiel endlich der Startschuss. Alle rannten los wie vom Hafer gestochen. Auch meinen Bruder Roland konnte ich mehrere Meter vor mir entdecken, wie er viel zu schnell los rannte. Auch ich bin erst zu schnell los, bemerkte es aber und nahm das Tempo raus. Der erste Kilometer: 4:20min. Immer noch zu schnell. Mein Traumziel lag bei unter 44min, also 4:24min/km. Der zweite Kilometer gleichte dies mit 4:27min wieder aus und am Ende der ersten (von vier) Runden war ich auch wieder meinem Bruder auf den Fersen. Wir liefen also zusammen weiter. Es war ziemlich sonnig und mein Mund war schon seit dem Start staubtrocken, ich konnte aber keinen Getränkestand auf der Runde erblicken. Ich fragte Roland ob er einen gesehen hätte und er war der Meinung im Ziel-Bereich bei der Uhr einen gesehen zu haben. Ein Glück! Roland hatte auch mächtigen Durst und wir machten ab, am Ende der zweiten Runde kurz am Getränkestand zu halten und einen Becher Wasser zu trinken. Aber: da war NICHTS! Enttäuschung und Verzweiflungen kamen bei uns hoch. Wie soll man denn bitte das Tempo bis zum Ende halten, wenn man bei der Hälfte schon am Verdursten ist?
Mein Mund war schon ganz krümelig vor Trockenheit und ich sehnte mich so sehr nach einem Schluck Wasser. Statt einem Verpflegungsstand sahen wir nur ständig Zuschauer mit ihren Wasserflaschen auf den Wiesen sitzen, das machte es nicht leichter. Auch auf die Trommler an der Strecke hätte ich Zugunsten einem Becher Wasser gerne verzichtet. Ich hakte das Ziel Bestzeit ab und wir beschlossen einfach so gut es eben geht weiterzulaufen und das Ziel, ohne Bruder-vs.-Schwester-Battle, zusammen zu überqueren. Die dritte Runde war deshalb auch unsere langsamste. Kurz vor derem Ende überrundete uns Matze und lief als Zweiter ins Ziel. Die letzte Runde ging dann wieder etwa im 4:30er Schnitt von statten und wir überquerten Hand in Hand das Ziel nach 45:12 Minuten. Nicht die Zeit die ich erhofft hatte, aber aufgrund der Bedingungen auch nicht grottenschlecht. Es war ok, nicht mehr und nicht weniger. In zwei Wochen ist ohnehin 10.000m Bahn-Landesmeisterschaft und dort gibt es die nächste Chance. Also: alles nicht so schlimm.
Allerdings war so so ziemlich keiner aus unserem Uni-Team mit seiner Leistung zufrieden. Matze war mit dem Riss seiner Siegesserie eh unglücklich Jasper lief zwar eine schnelle 34:31min, war damit aber auch nicht besonders zufrieden und auch Frederike bedauerte ihr Zeitziel von sub 50min nicht erreicht zu haben. Am schlimmsten traf es aber wohl Julia, die sich eher eine Zeit von 45/46min ausgerechnet hatte, aber durch die Wärme und Bauchschmerzen mit Müh und Not 52:17 min auf der Strecke quälen musste
Ich belegte trotzdem einen guten 4. Platz in der Frauen-Gesamtwertung und einen 3. Platz in meiner Altersklasse. Papa ärgerte sich ein wenig über seinen 4. Platz in der Altersklasse, auch wenn der 3. ein paar Minuten Vorsprung hatte. Um einen Platz das Podest beim Citylauf in seiner Heimatstadt zu verpassen ist schade, aber es ist trotzdem ein guter Platz
Am Ende der Siegerehrungen wurde nun auch das Ergebnis des Uni-Cups bekannt gegeben: die Greifswalder gewannen mit grade mal 2 Minuten Vorsprung und konnten so einen großen Pokal einheimsen. Das es so knapp ausgefallen ist, hat uns wirklich überrascht und natürlich auch etwas gewurmt. Hätte, wäre, wenn…
Naja, im nächsten Jahr dann der neue Versuch. Und falls es wieder keinen Getränkestand gibt, hat sich meine Oma und meine Mutti schon angeboten für uns Wasser bereit zu halten. Dann hält uns das jedenfalls nicht mehr ab!
Nächste Woche starten wir dann wieder verkleidet beim Rostocker Citylauf in der 5x3km-Staffel. Wir haben wieder eine super Idee für ein Motto und Kostüme und hoffen damit wieder den Kreativ-Preis abzuräumen. Das wird wieder ein Stress und eine Arbeit die Kostüme bis dahin fertig zu bekommen. Drückt die Daumen, dass wir das schaffen!
Siehe auch:
- your-sports.com: Ergebnisse 10km
- marathon-matze: 5. Greifswalder Citylauf
- sprintefix.de: 5. Greifswalder Citylauf
- grit-ist-fit.de: 5. Greifswalder Citylauf









Die Daumen sind gedrückt – vor allem, dass du dich ordentlich erholst, damit du dann auf der Bahn wenigstens die gewünschte Leistung abrufen kannst. Bei so vielen Wettkämpfen hintereinander kann das natürlich auch schief gehen.
Heute war’s aber das Wetter, der trockene Mund direkt zu Beginn kommt mir bekannt vor und ist ätzend – erst recht wenn der Veranstalter so schlecht diesbezüglich organisiert ist.
[...] Berichte und super Fotos gibt’s bei Sprintefix, Marathon-Matze und Jana Kiesendahl. Dieser Beitrag wurde unter Allgemein abgelegt und mit 4. Platz, Greifswald, Hitze, Lauf, Unicup, [...]
Hallo Jana,
schade, dass es mit der Bestzeit nicht geklappt hat, aber eine Woche nach dem HM wäre das auch sehr erstaunlich! Dein Papa braucht sich über den vierten Platz nicht ärgern – das gleicht sich zwischen den Familien aus: die Töchter und Väter werden jeweils 3.und 4., nur in umgekehrter Reihenfolge.
Ich drücke dir fest die Daumen für Güstrow – hoffentlich wird es dann kein Taktikrennen…