Endlich war es wieder so weit: der Fünf-Seen-Lauf in Schwerin stand wieder vor der Tür! Für mich seit meinem ersten Start dort, 2009, eines der absoluten Laufhighlights in jedem Jahr!
Vorwort
2009 lief ich zum ersten Mal in Schwerin beim Fünf-Seen-Lauf (zum Blogeintrag), da Matze so davon schwärmte. Der Lauf durch die Natur Schwerins ist immerhin auch seine Heimatstrecke. Damals lief ich zusammen mit Roland die 15km, meine längste Wettkampfstrecke bis dahin. Und Matze hatte Recht, der Lauf war wirklich schön. Die 15km sind aber schnell vorbei da ich mich in der Marathonvorbereitung befand lief ich im letzten Jahr die vollen 30km bei einer Affenhitze (zum Blogeintrag). Und auch in diesem Jahr stand für mich sofort fest, dass es wieder die 30km werden sollten. Ich finde den Lauf einfach zu schön, um nur die 15km zu laufen, wenn man doch 30km auch durchhält. Und seitdem ich durch Matze öfter in unserer Landeshauptstadt bin, stellt sich auch bei mir immer mehr das Gefühl einer Hausstrecke ein
Matze meldete sich – wie auch in den letzten Jahren – für die 30km an und auch Papa, der die letzten beiden Jahre die 15km lief, nun aber Marathon-Blut geleckt hatte, nahm sich den langen Kanten vor. Zusammen mit Heiko, der zum ersten Mal beim Fünf-Seen-Lauf dabei war, wollten wir die 30km locker-flockig gemeinsam laufen (diesmal aber jeder mit seiner Startnummer – im Gegensatz zum Burgenlauf (zum Blogeintrag)). Mein Bruder Roland, ging zum dritten Mal über die 15km an den Start. Die 30km haben ihn (noch!?
) nicht gereizt.
Der Lauf
Seit Wochen beobachtete ich schon die Wetterprognosen für den Fünf-Seen-Lauf, aus Angst, es könnte wieder so eine Hitzeschlacht werden. In den letzten Tagen kristallisierte sich dann aber heraus: es sollten grade mal 13°C mit Regenschauern werden. Und das mitten im Sommer! Naja, alles besser als über 30°C im Schatten, dachte ich… bis zum Wettkampftag. Als wir morgens aus dem Fenster schauten, es bereits tröpfelte und das Wetter nicht so einladend aussah, war meine Freude nicht mehr so groß. Als wir dann eine dreiviertel Stunde vor dem Start im Startgebiet standen und froren, war ich mir fast sicher, dass mir 30°C doch lieber gewesen wären, weil ich während des Laufes sicherlich auskühlen würde.
Papa, Heiko und ich reihten uns fünf Minuten vor dem Start ins Läuferfeld ein und machten ab, dass wir zusammen etwa einen Schnitt von 5:10-5:20 min/km laufen wollten. Das passte mir ganz gut. Denn ans Limit gehen wollte ich nicht, da ich kaum lange Läufe gemacht hatte und nicht einschätzen konnte, ob ich sonst vielleicht einbrechen würde. Außerdem läuft es sich zusammen auch viel leichter und es macht mehr Spaß.
Pünktlich um 10:10 Uhr fiel für uns 30km-Läufer der Startschuss. Zunächst ging es auf einem schmalen Gehweg nur stockend voran, da wir uns weiter hinten eingeordnet hatten, aber als wir nach etwa einem Kilometer am Schweriner Schloss ankamen und es dann durch den Schlosspark ab auf den Franzosenweg ging, konnten sich die Läufer weiter verteilen und jeder konnte sein Tempo flüssig aufnehmen. Auf den ersten Kilometern musste ich Papa wieder ein paar Mal bremsen, da er, sobald wir an potentielle Mitläufer heran gelaufen waren, zum Spurt ansetzte und vorbeizog. Dadurch waren wir auf den ersten 5 Kilometern schon unter 5:10er Schnitt unterwegs. Nicht besonders kraftsparend die Taktik.
Papa ließ sich überzeugen und überließ Heiko und mir das Tempo.
So liefen wir dann ziemlich konstant im geplanten Tempo weiter. Beim großen Verpflegungsstand bei Kilometer 13 in Consrade angekommen, machten wir eine kleine Gehpause um ein Gel einzunehmen und einen ganzen Becher Wasser hinterherzukippen. Dann ging es wieder im gleichen Tempo weiter. Das Wetter mit dem leichten Nieselregen stellte dann doch noch als wirklich angenehm heraus, so dass ich mich zur Halbzeit traute mein Langarm-Shirt auszuziehen und kurzärmelig weiterzulaufen. Bei Kilometer 20 kamen wir wieder am Faulen See vorbei und da ich mich in dieser Gegend wieder etwas besser auskannte, kam es mir vor, als wenn es nur noch ein Katzensprung bis ins Ziel wäre. Nur noch der Faule See, dann am Ostorfer See entlang und kurze Zeit später wäre man schon fast am Lankower See angelangt, wo sich das Ziel befand. Ich fühlte mich noch super gut und war mir nun sicher, dass auf den letzten Kilometer kein Einbruch mehr zu erwarten war. Papa sah das anscheinend anders, und ließ sich nun abfallen um sein eigenes Tempo weiterzulaufen.
Heiko und ich liefen also zusammen etwas zügiger im ca. 5:00 min/km Schnitt weiter. Bevor es den Ostorfer See entlang ging, gab es etwa bei der Halbmarathon-Marke noch mal eine große Verpflegungsstelle, an der Heiko und ich unsere zweite “Gel-Pause” einlegten. Als es weiterging, sah ich kurz vor uns ein Mädel, von dem ich vermutete, dass sie auch in meiner Altersklasse starten dürfte. Obwohl ich mir eigentlich kein Ziel gesetzt hatte, motivierte dies mich ungemein, heranzulaufen um zu überholen. Dies ist mir auch gelungen und obwohl ich nach einer Weile bemerkte, dass sie zurückgefallen war, nahm ich das Tempo nicht weiter heraus. Ich fühlte mich noch zu gut und das Ziel war nur noch 4km entfernt. Dazu kam, dass ich nun vor mir die nächste Frau erblickte, dann wieder die nächste… Leider musste dadurch auch Heiko abreißen lassen, aber ich konnte nicht anders. Der Fakt dass so knapp vor mir immer wieder neue Frauen auftauchten, ließ meine Beine fast automatisch heranlaufen.
2 Kilometer vor dem Ziel kamen auch “endlich” die Lankower Berge. Eigentlich denkt man den ganzen Lauf schon an sie und weiß dann nicht ob es schön ist, weil man nun fast im Ziel ist, oder ätzend, weil sie nach 27 Kilometern nur noch zusätzliche Quälerei bedeuten. Als Rostockerin, die von Zuhause nur flache Strecken kennt, ist so eine Erhebung wie der “Pickel” (so heißt der größere Hügel der Lankower Berge), wirklich hart. Ich versuchte erst noch zu laufen, aber als ich auf die nächste Frau auflief und nicht am Berg überholen wollte, ging ich ein Stück hoch. Den zweiten “Berg” konnte ich dann wieder ohne größerere Probleme hochlaufen, denn dieser war nicht mehr ganz so steil. Beim “Abstieg” musste man dann aber sehr vorsichtig sein, denn der Boden war durch den ständigen Regen total matschig und glitschig. Auf den letzten 2 Kilometern konnte ich auch noch 2-3 Frauen einsammeln. Unter anderem erblickte ich einen Kilometer vor dem Ziel noch meine Vereinskameradin Sabine Schrapers, die sich spontan einen Tag zuvor für die 30km anmeldete.
Nach genau 2:32:00 Stunden kam ich ins Ziel gelaufen. Ich fühlte mich überraschend gut im Ziel. Meinen Beinen ging es gut und die Zeit war besser als erwartet. Lediglich eine Blase hatte ich mir am linken Fuß gelaufen. Wenn es weiter nichts war.
Dass es mir nach 30 Kilometern noch SO gut gehen würde, hätte ich nicht gedacht. Immerhin hatte ich in diesem Jahr grade mal 3 lange Läufe (alle knapp über 20km) absolviert… und der letzte davon ist auch schon 2 Monate her…
Ich erwartete noch Heiko (02:33:46 h) und Papa (02:38:05 h) im Ziel und machte mich dann sofort auf in die Dusche, denn es regnete immer noch ein wenig und in den nassen Sportklamotten wurde mir dann auch kalt. Als ich wieder nach draußen kam, hatte ich, wie auch im letzten Jahr, schon wieder die Siegerehrung meiner Altersklasse verpasst. Dabei hatte ich mich schon beeilt.
Am Transporter konnte ich aber trotzdem noch meine Urkunde und ein Fünf-Seen-Lauf Kugelschreiberset für den 2. Platz in der AK ( und 14. Frau) entgegennehmen.
Auch Matze war nun wieder zurück. Er war direkt nach seinem Zieleinlauf 2km zu seinen Eltern gelaufen und hatte Pino abgeholt. Ganz durchgefroren vom Regen stand er in seiner nassen Strickjacke da und erzählte mir von seinem Lauf. Gewinnen konnte er zwar nicht, aber er hatte einen guten fünften Platz belegt und was noch schöner ist: er konnte diesmal OHNE Bauchmuskelkrämpfe finishen.
Nach dem Lauf
Nach dem Lauf trafen Matze und ich uns mit Mutti, Papa, Roland, Heiko und Juliane noch im Zeppelin Restaurant in der Schweriner Innenstadt. Das Restaurant gehört Heiko’s Bruder und erinnert mich von der Speisekarte her ans Hard Rock Café (welches ich lieeeebe! ). Nach dem Lauf hatten wir auch guten Appetit, aber trotzdem traute sich niemand an die Zeppelin-Wette, ein 2kg-Schnitzel zu verspeisen.
Roland und Matze bestellten sich ein mit Salami und Chili gefülltes 500g-Schnitzel. Beide trauten sich auch die Chili obendrauf zu essen, aber ihnen brannte der Mund danach!
Ich blieb lieber beim von mir heißgeliebten Rumpsteak mit Ofenkartoffel und Sour Cream. Mein Leibgericht. Und es war oooberlecker!
Und nun? Doch noch einen Marathon?
Mir kam in den letzten Wochen schon sporadisch die Idee vielleicht doch noch einen Marathon in diesem Jahr zu laufen, aber nur aus Spaß und ohne Zeitziel. Bis jetzt habe ich den Gedanken aber immer wieder schnell verworfen, da sich sowieso kein Marathon anbot. Papa läuft ja beim Berlin Marathon, wo ich ihn sonst auch gerne begleitet hätte. Für eine Anmeldung ist es aber nun zu spät. Eine andere Möglichkeit wäre noch die Rostocker Marathon Nacht gewesen, aber hier in Rostock einen Marathon zu laufen, habe ich ehrlich gesagt nicht so große Lust. Die Strecke ist nicht sonderlich schön, und mit dem Warnowtunnel noch nicht mal besonders flach. Zudem wurden im letzten Jahr so viele Läufer eine verkehrte Strecke entlang geschickt, dass mir das zu risikoreich ist. Immerhin sollen es auch 42,195km werden und nicht 40km oder 43km.
Der Fünf-Seen-Lauf hat mich jetzt aber erneut ernsthaft darüber nachdenken lassen, ob ich nicht doch einen Marathon in Angriff nehmen sollte. Da Matze dieses Mal ohne Krämpfe durchlaufen konnte, kam auch er darüber ins Grübeln. Zusammen haben wir auf marathon.de geschaut, welche Lauf denn überhaupt in Frage kommen würde. Matze wollte auf jeden Fall einen Lauf sehr spät in der Saison, weil er sich zuvor vernünftig mit einem 10-km Training auf den Alsterlauf im September vorbereiten will und noch etwas Zeit für die Marathonvorbereitung bräuchte. Außerdem wäre es im Oktober schon kühler. Ich würde gerne auf einer flachen Marathonstrecke laufen und einer mit vielen Finishern, denn ich fand es toll in Hamburg dass man nie alleine laufen musste.
Ein Marathon fiel uns dabei besonders ins Auge: der 30. Frankfurt Marathon am 30. Oktober! Ich bin grade total begeistert von der Idee dort zu laufen, vor allem weil der Zieleinlauf auf einem roten Teppich in der Festhalle ist! Leider liegt Frankfurt nicht direkt um die Ecke und ein Start dort ist deshalb mit erheblichen Kosten und Aufwand verbunden. Deswegen muss ich das Ganze noch mal gut überdenken. Ich halte euch auf dem Laufenden.
Siehe auch:
- fuenf-seen-lauf.de: Webseite des Fünf-Seen-Laufs
- marathon-matze.de: 27. Schweriner Fünf-Seen-Lauf
- sprintefix.de: 27. Fünf-Seen-Lauf Schwerin
- grit-ist-fit.de: 27. Fünf-Seen-Lauf Schwerin
- runningteam-feuerraeder.de: Powered by Zeppelin









Ach in Schwerin zu laufen ist wirklich Freude pur
Vielleicht muss ich auch mal die 30 km laufen – dein Bericht ist die reinste Verführung dazu. Vielleicht hilft euch noch http://www.marathon4you.de bei der Suche nach einem passendem Marathon. lg
[...] Jana: 27. Fünf-Seen-Lauf [...]
Tja, das ist es wieder – das Marathonfieber
. Aber wer im Glashaus sitzt… Wie wär`s z.B. damit http://www.magdeburg-marathon.eu/ ? Maik wäre sicherlich begeistert
.
[...] Jana´s Bericht Bilder und Bericht von Fred und Matze´s Blog [...]
Man bist du GEIL unterwegs, meine herzlichsten Glückwünsche Jana, wie ist das eigentlich wenn du am Limit läufst….?
So so, nach Frankfurt, na das ist doch mal eine Option! Roter Teppich ist absolut GEIL, die Strecke schnell und die Stimmung bei gutem Wetter gigantisch!
Wäre ja glatt ein Grund als Zuschauer mit dabei zu sein, wenn du dort startest!!
Ich bin gespannt.
Liebe Grüße, du Powerfrau,
Steffen