10. August 2011

9. Hella Marathon Nacht Rostock

Am Wochenende fand die für uns obligatorische Rostocker Marathon Nacht statt. Und obwohl ich schon an vielen Wettkämpfen und auch oft an der Marathon Nacht teilgenommen habe, werde ich mich an diesem Lauf noch sehr lange erinnern ;-)

Vorwort 

Eigentlich wäre ich dieses Jahr bei der Marathon Nacht ja mal wieder gerne geskatet, so wie ich es bis vor ein paar Jahren immer zu diesem Event getan habe. Oder vielleicht hätte ich mich sogar noch mal an den Run&Skate Marathon getraut, aber: … Das Skaten (und auch der Halbmarathon für die Rollstuhlfahrer)  wurde aus der Marathon Nacht nun leider völlig gestrichen.  :???:

Früher bin ich in jedem Jahr den Halbmarathon geskatet. Vor 4 Jahren gab es dann auch noch zusätzlich einen Run&Skate-Marathon (21km Skaten & 21km Laufen) den ich erstmal im Team absolvierte und vor zwei Jahren dann auch alleine. Im letzten Jahr bin ich dann zum ersten Mal den Halbmarathon hier gelaufen, da mit dem neuen Veranstalter der Run&Skate-Marathon abgeschafft wurde und auch der Skate-Halbmarathon in einen Stundenlauf umgewandelt wurde. Vor Ort ärgerte ich mich regelrecht, als ich gesehen hatte, dass die Skater nun gar nicht mehr im Neuen Markt ins Ziel liefen, sondern abseits der Zuschauer am Warnow Tunnel. Wie demotivierend für die Skater… :???: In diesem Jahr war dann von Skaten auf der Webseite gar nichts mehr zu lesen… Das das Skaten nun völlig wegfällt, enttäuscht mich schon sehr.

Für mich gehörte der Skate-Halbmarathon, den ich viele Male absolviert hatte, fest zur Rostocker Marathon Nacht. Hier oben im Norden gibt es sonst kaum Möglichkeiten im Wettkampf zu skaten… :-( Und der Run&Skate-Marathon war für mich auch eine neue spannende Herausforderung, die man so nicht überall findet. Nun ist die Marathon Nacht tatsächlich nur noch zum Laufen oder Walken da. Nachdem im letzten Jahr mit dem neuen Veranstalter schon schief lief (Marathonläufer wurden verkehrt geschickt, abgelaufene Energieriegel wurden als Siegerprämien vergeben und andere Kleinigkeiten), hatte die Marathon-Nacht für mich schon einen faden Beigeschmack.

So richtig motiviert war ich zunächst also nicht  mitzulaufen und überlegte tatsächlich dieses Jahr mal nur zuzuschauen. Dann erzählte mir Roland aber, dass er dieses Jahr versuchen wollte unter 1:50h auf dem Halbmarathon zu laufen. Die letzten beiden Jahre lief er so um die 2:00h bei der Marathon Nacht,  da er sich nie besonders auf den langen Lauf vorbereitet hatte und ihm am Ende immer die Puste fehlte. Ich bot Roland an für ihn den Pacemaker für sub 1:50h zu machen und aufzupassen, dass er diesmal nicht zu schnell starten würde. :-)

 

Vor dem Lauf

Am Samstag Nachmittag, kurz bevor Matze und ich uns zum Neuen Markt auf machen wollten um meine Startnummer abzuholen, begann es tatsächlich noch zu regnen. Als ich bei Facebook hoffte, dass es bis zum Lauf wieder aufhören sollte, waren sich alle schnell einig, dass es dem Wetterbericht zufolge nach 20 Uhr (HM-Start) trocken sein sollte. Glück gehabt! :-)

Am Neuen Markt angekommen, holte ich schnell meine Startnummer ab. Die obligatorischen Marathon-Nacht-Beutel, die es sonst in jedem Jahr zu Startnummer dazu gab, wurden anscheinend leider auch abgeschafft. Egal. :???: Draußen trafen wir gleich Matzes Staffel, die sich natürlich nichts geringeres als den Sieg vorgenommen hatte., und noch viele, viele andere Sportfreunde. :-) Mit etwas Verspätung trafen dann auch Roland und Papa am Markt ein, und wir machten uns auf zum Fähr-Shuttle, der uns auf die andere Seite der Warnow zum Startgebiet bringen sollte. An der Fähre trafen wir uns mit André und Thomas, die wir bis dahin nur über Facebook und Twitter kannten. Schön, dass man über das Laufen so viele nette Menschen kennenlernt! :-)

Am Startgebiet trafen wir noch viele weitere bekannte Gesichter an und es war noch genügend (über eine Stunde) Zeit im mit allen zu plauschen. Während der Startschuss immer Näher rückte, zogen am Himmel nun immer mehr Wolken auf und ab und an blitzte es sogar schon ordentlich. 20 Minuten vor dem Start schauerte es sogar noch und wir versuchten uns irgendwo drunter zu stellen um nicht schon vor dem Start nass zu werden. Kurz vor dem Lauf trafen wir auch noch Kati aus unserem Lauftreff. Sie peilte eigentlich eine Zeit von 1:45h an, aber entschied sich dafür erstmal mit Roland, Papa und mir mitzulaufen und reihte sich bei uns ein. :-)

 

Der Lauf

Der Startschuss selbst ging nachher aber trocken über die Bühne. Ich versuchte unseren angepeilten 5:10er Schnitt einzuhalten, was nicht ganz so leicht war, da kurz nach dem Start schon der Warnowtunnel kam, in dem wir natürlich keinen GPS-Empfang hatten. Es klappte trotzdem recht gut. :-) Nach dem Tunnel ging es in den IGA-Park. Nach 4-5 Kilometern fing es plötzlich an wie verrückt zu regnen. Das war schwierig, da wir einen Teilabschnitt über einen längeren Holzweg laufen mussten, der nun ziemlich glitschig war. Der Himmel verdunkelte sich immer mehr und regelmäßig leuchteten Blitze im Unwetter auf. Der Regen war so stark, dass wir innerhalb weniger Minuten völlig durchnässt waren und auch die Schuhe sich mit Wasser vollgesogen hatten. Hatte ich zuerst noch über den Regen geflucht, musste ich aber schon bald lachen darüber. Wir waren nun so nass, dass es nun egal war ob es nun weiterregnen oder aufhören würde. Nasser ging’s eh nicht mehr. ;-) Als wir bei Kilometer 6 oder 7 wieder kurz vor dem Warnow-Tunnel ankamen, sahen wir Julia aus dem Laufkurs uns als Zuschauerin lachend zuwinken und rief uns zu, dass es nun ja nicht mehr schlimmer werden könnte. Wir mussten auch lachen, dann da hatte sie Recht…

… dachten wir! Als wir zum zweiten Mal den Tunnel durchlaufen hatten und weiter in Richtung Gehlsdorf liefen wurde es tatsächlich noch schlimmer. Der Regen kam nun wirklich wie aus Eimern von vorne auf uns hinabgeprasselt und ich konnte kaum sehen wo wir nun eigentlich genau lang liefen. Das Wasser lief mir in meine Augen und ich hatte Angst,  dass mir meine Kontaktlinsen herausgespült werden würden. Auf meinem Forerunner hätte ich vor lauter Regen jedenfalls nichts mehr erkennen können. Nach einer Kurve kam der Regen wenigstens wieder von der Seite, so dass man wenigstens wieder vernünftig gucken konnte. Aber der Streckenabschnitt war schon heftig und Roland und ich stellten spätestens hier fest, dass dieser Lauf wohl unvergessen bleiben wird. ;-)

Als ich mich das nächste Mal umsah, stellte ich fest, dass Papa nun nicht mehr hinter uns zu sehen war. Roland und ich liefen also alleine weiter, aber auch streckenweise mit André und Thomas, die auch zusammen liefen, und mit Kati. Der Regen wurde irgendwann immer weniger, was ich ja schon wieder fast schade fand, da ich gerade richtig gefallen am Extrem-Regen-Lauf gefunden hatte. :-) Aber ein besonderes Hindernis wartete noch auf uns: bei Kilometer 13 etwa, war die Straße so stark überschwemmt, dass alle Läufer einen Abschnitt durch kniehohes Wasser waten mussten, einen Weg drumherum gab es nicht. Die Schuhe waren eh schon klitschnass, da war das nun auch egal. Also einfach durch da, aber gehender Weise.

Die restlichen Kilometer waren verglichen mit den Vorigen dann relativ unspektakulär: der Regen ließ nach, es warteten keine Seen mehr auf uns und wir zwei hielten unser Tempo bis zum Ende gut durch. Die letzten 5 Kilometer zogen wir das Tempo sogar noch ein wenig an. 1,5 Kilometer vor dem Ziel startete Kati dann noch einmal den Turbo und nahm uns bis ins Ziel noch etwas über eine halbe Minute ab! Roland und ich liefen aber unser Tempo konstant bis ins Ziel durch, es gab ja auch keinen Grund zum sprinten, denn die sub 1:50h waren locker drin. Nach 1:47:55h erreichten wir Hand in Hand das Ziel und verbesserten Rolands Bestzeit trotz des Wetters locker um 10 Minuten. :-)

 

Nach dem Lauf

Matze fand uns ziemlich schnell im Zielbereich. Dass seine Staffel gewonnen hatte, wussten wir schon vorher, da sie schon zur Halbzeit  massig Vorsprung hatten. Nach 1:53:19h kam auch Papa ins Ziel. Er war unterwegs tatsächlich unfreiwillig baden gegangen: an der überschwemmten Straße hatte er zu früh wieder den Laufschritt aufgenommen, ist an der Bordsteinkante (unter Wasser) umgeknickt und hat sich das Knie etwas aufgeschlagen. Zum Glück konnte er aber noch weiter laufen und auch sein Forerunner scheint das Vollbad überlebt zu haben!

Ich gab die Zeitchips ab und beeilte mich, mir trockene Sachen anzuziehen, denn mittlerweile wurde es recht kalt, da meine Kleidung ja klitschnass war. Dann begab ich mich zu den Bänken bei der Bühne, wo schon Matze und seine Staffel auf die Siegerehrung warteten. Ihre Staffel gewann mit 2:31h mit über einer halben Stunde Vorsprung auf die zweite Staffel und schlug so auch noch den ersten Marathonläufer (2:40h)! :-)

So wie ich das bei den Siegerehrungen mitbekommen habe, schien es in diesem Jahr erstmals keine Pokale für die Platzierten gegeben zu haben. Sonst gab es schon immer hübsche Glaspokale für die ersten Drei Männer bzw. Frauen der verschiedenen Disziplinen und nun gibt es selbst für den Marathonsieger nur ein Handtuch? Naja, schade finde ich das schon, wenn ich sehe in welche Richtung sich die Marathon Nacht entwickelt. :???:  Ich möchte die Veranstaltung nicht schlecht machen, so weit ich das beurteilen kann, ist ja diesmal alles glattgegangen und es war auch gut organisiert. Ich wollte trotzdem gerne deutlich machen, dass mir die Veranstaltung früher besser gefallen hat. Und vielleicht ließt das ja auch mal jemand und überdenkt das neue Konzept nochmal. Die einzigen “Neuerungen” die mir nämlich aufgefallen sind, sind Dinge die es nun nicht mehr gibt: der Skate Halbmarathon, der Handbiker-Halbmarathon, den Run&Skate Marathon, die Marathon-Nacht Beutel und die Pokale. Nur Dinge zu streichen kann ja auch nicht der Sinn sein.  :neutral:

Nichts desto trotz war die Marathon Nacht in diesem Jahr wettermäßig einfach unvergesslich. Wer weiß ob man so einen Lauf noch Mal kommt? Es hat schon einen riesen Spaß gemacht bei dem Wetter! :grin:

Hier noch ein Video vom Lauf:

 

Siehe auch:

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  1. Steffen schrieb am 10. August 2011 um 22:42:

    Schöner Bericht! Ich muss aber zur Korrektur anmerken – es gab (zumindest für die siegreiche Staffel) einen flachen Glaspokal (so wie die letzten Jahre auch). Und von der Organisation für die Wechselstellen der Staffeln war es wesentlich besser als die letzten Jahre. Insofern scheint mir der Wettbewerb sich in die richtige Richtung zu entwickeln. Und wer weiß – wenn sich die gesamte Organisation erst einmal gefestigt hat, dann nehmen sie vielleicht auch die Skater wieder mit auf…

  2. Jana schrieb am 11. August 2011 um 00:02:

    @Steffen:
    Hrm, also Matze weiß nichts von einem Pokal für den Staffelsieg. Hat er das verpasst? Wenn es so ist, dann nehm ich natürlich alles zurück und behaupte das Gegenteil. Aber auf dem Bild seh ich auch keinen…!?

  3. Steffen schrieb am 11. August 2011 um 07:40:

    Doch, unter dem Handtuch. Habe ich danach auch auf den Tisch vor der Bühne gelegt – ist wohl in der Hektik der nassen und fluchtartigen Abreise untergegangen…

  4. Pierle schrieb am 11. August 2011 um 08:50:

    Auf dem Video ist ca. nach 1min ein Mann in einem Nikolaus-Kostüm. Würde mich ja mal interessieren, ob der wohl angekommen ist. Bei dem Regen war das Kostüm doch bestimmt nachher unglaublich schwer.

  5. Jana schrieb am 11. August 2011 um 08:59:

    @Steffen:
    Nagut, dann will ich mal nicht gemeckert haben ;-) Am schönsten wäre es aber wenn die Halbmarathonis auch mal mit Pokalen geehrt werden würden, aber für die gab es ja noch nie welche. Von daher wurde es ja dann doch nicht schlimmer in dieser Hinsicht. ;-)

  6. Jana schrieb am 11. August 2011 um 09:00:

    @Pierle:
    Der wird schon gut ins Ziel gekommen sein, das ist ein erfahrener Marathoni, der so verkleidet so einige Marathons im Jahr läuft. :-)

  7. Grit schrieb am 11. August 2011 um 14:56:

    Sehr schöner Bericht – auch weil er kritisch ist. Das Wetter mit Humor zu nehmen ist wohl das Beste, was man zur Zeit machen kann. Aber du fandest es schade als es aufhörte zu regnen? – unglaublich! Glückwunsch an Roland zur super Zeit.

  8. Gudrun schrieb am 12. August 2011 um 10:13:

    Der Weinachtsmann ist hundert pro im Ziel angekommen, denke ich. Wie Jana schon schrieb, ist dies ein erfahrener Marathoni. Man sieht ihn bei fast allen Marathons…
    Als er jedoch das zweite Mal den Tunnel durchquert hatte (also auf dem Rückweg), lief er ohne die Weihnachtsmannhose, sozusagen unten ohne ;-) , dafür aber mit Weihnachtsmannzipfelmütze…

  9. 10. Rostocker Marathon-Nacht | Michi läuft mal wieder… schrieb am 24. Januar 2012 um 22:45:

    [...] Rückblick 2011 von Jana Kiesendahl (Messenger of Run Happy): “Nichts desto trotz war die Marathon Nacht in diesem Jahr wettermäßig einfach unvergesslich. Wer weiß ob man so einen Lauf noch einmal bekommt? Es hat schon einen riesen Spaß gemacht bei dem Wetter! …” http://www.jana-kiesendahl.de/2011/08/10/9-hella-marathon-nacht-rostock/ [...]