22. August 2011

Neue Bestzeit beim 12. Schwedenlauf!

Hatte ich nach meiner 10.000m Bestzeit im Mai noch gedacht, dass mir einfach ein guter Tag und top Bedingungen das Glück von einer 10km-Zeit unter 44 Minuten bescherten, konnte ich mir gestern beweisen, dass es keine Eintagsfliege war :-)

Am Tag vor dem Schwedenlauf waren Matze, Pino und ich noch beim Rostocker Triathlon vor Ort, denn Matze war freiwilliger Helfer auf der Laufstrecke. Damit (der von Durchfall geplagte) Pino nicht alleine zuhause bleiben musste, schaute ich diesmal nur zu und verfolgte mit Pino das Rennen ganz gemütlich von einer Wiese aus und genoss das gute Wetter. :-) Für Matze hingegen war die Veranstaltung etwas stressiger. Von 15 bis 20Uhr musste er fast ohne Pause stehen und die Läufer einweisen. Keine optimale Wettkampfvorbereitung für ihn.  :neutral:

Am Sonntag mussten wir dann auch wieder früh aus den Federn, denn um 9 Uhr wollten wir (Matze, Pino, meine Eltern und ich) in Wismar sein um uns noch nachzumelden. Mutti war wieder mit Klapprad und Kamera ausgestattet und Papa erklärte sich bereit wieder auf Pino aufzupassen während des Laufs. :-) Wie im letzten Jahr hatte Papa den Tag zuvor am Städte-Lauf (28km) des Müritz-Laufs teilgenommen und wollte sich verständlicherweise nicht gleich den Tag drauf noch einen 10km-Wettkampf antun. ;-)

Vor Ort konnte ich schon ein paar “Konkurrentinnen” (die eigentlich schon viel zu schnell sind um sie als diese zu bezeichnen :P ) entdecken: Carmen Sievert und Beate Krecklow, die beide für Greifswald im Laufcup starten und weeeiiit unter 40 Minuten über die 10 Kilometer laufen, und außerdem auch noch meine neue Vereinskameradin Anne-Kathrin Litzenberg, die auch schon die 40 Minuten-Marke knacken konnte. Unter die ersten Drei zu kommen war demnach aussichtlos, was mich aber nicht entmutigte, denn diese Situation ist ja meist der Fall und ich hätte von purem Glück sprechen können, wäre niemand schnelleres aufgetaucht. ;-) Aber auch Matze hatte starke Konkurrenz: Jonas Stifel war aus Berlin angereist und dieser hatte den Schwedenlauf schon häufig gewonnen.


Beim Start ordnete ich mich auch einigermaßen weit vorne, direkt neben Anne, ein, um die restliche Konkurrenz im Blick zu haben. Als der Start mit Kanonenfeuer eröffnet wurde, rannten wie immer alle mit einem Affenzahn los. Nur zwei Mädels konnten sich die ersten 100-200 Meter gar nicht mehr einbekommen vor Lachen, weil sie sich so sehr beim Kanonenknall erschrocken hatten.  :lol: Vor mir waren jetzt natürlich wie erwartet Carmen, Beate, Anne und außerdem noch drei andere Frauen. Eine der Frauen lief mit Anne mit, die nächste mit einem magentafarbenen Shirt ein Stück dahinter und kurz vor mir lief eine in einem weißen Baumwollshirt. Ich war also auf Platz 7 und versuchte so gut wie möglich den Kontakt zu halten ohne mich völlig zu übernehmen. Der erste Kilometer war deshalb mit 4:17 min für meine Verhältnisse äußerst zügig, genauso wie der zweite mit 4:16 min. Ich fühlte mich gut, hatte aber trotzdem etwas Angst, dass ich mein hohes Anfangstempo am Ende bereuen würde. Ebenso hoffte ich aber auch, dass ich das Tempo halten könnte, sich die drei mir unbekannten Frauen am Anfang übernommen hatten und ich sie vielleicht noch am Ende bekommen könnte. Tatsächlich konnte ich das Mädel mit dem Baumwollshirt nach etwa 3km wieder einholen und hinter mir lassen. Ich versuchte weiterhin an der Gruppe Männer dranzubleiben, die ein (für mich) ordentliches Tempo von etwa 4:20 min/km liefen. Ein paar hundert Meter vor der ersten Getränkestation bei Kilometer 5 holte ich überraschenderweise noch die Frau ein, die zunächst mit Anne mitgelaufen war. Sie hatte sich wohl arg übernommen und musste nun Gehpausen einlegen.  :-|

Die Getränkestation bei Kilometer 5 erwartete ich schon sehnlichst, denn es waren etwa 25°C und die Sonne schien unablässig auf uns herab. Nach so einem Sommer-Entzug wie in diesem Jahr, macht einem das umso mehr zu schaffen. Ich schnappte mir gleich zwei Becher und kippte mit das meiste davon auf meinen Kopf und Oberkörper. Das tat gut! Erfrischt ging es also weiter in die zweite Hälfte. Ich fühlte mich noch recht gut und spürte, dass es heute eine gute Zeit werden würde, wenn ich weiter durchhalten würde. :-) Etwa 100 Meter vor mir sah ich das Mädel mit dem magentafarbenenen Shirt laufen, aber irgendwie kam sie nicht dichter. Sie hatte sich also nicht verschätzt mit dem Tempo und konnte es weiter gut halten. Schade für mich. :roll:

Als wir an der Werft vorbeiliefen, wusste ich, dass es nicht mehr weit war. “Nur” noch geradeaus, dann noch einen Schlenker über den Holzhafen und dann ging es schon wieder in die Innenstadt in Richtung des Markts, wo sich das Ziel befand. In Wirklichkeit waren es ab dort trotzdem noch 4 Kilometer die sich endlos zogen, da die Anstrengung das Tempo zu halten mit jedem Kilometer größer wurden… Als wir kurz vor Kilometer 8 noch einen Bogen über den Holzhafen machten, konnte ich quer über die Wiese auch noch Anne erblicken, die aber bestimmt schon 300m vor mir war. Immer noch 100m vor mir war die vierte Frau, aber nun, 2km vor dem Ziel, war ich mir ziemlich sicher, dass sich an dieser Reihenfolge auch nichts mehr ändern würde. Trotzdem wollte ich nicht das Tempo einbrechen lassen, denn obwohl ich meinen Durchschnitsspace nicht kannte, da ich auf meinen Forerunner nur die aktuelle Kilometergeschwindigkeit anzeigen ließ, wusste ich, dass es eine gute Zeit werden würde. Nur noch ein paar Minuten zusammenreißen…

Die letzten beiden Kilometer waren wirklich hart. Meine Beine fühlten sich zwar noch super an, so dass ich das Tempo auch noch einigermaßen halten konnte, aber meine Atmung konnte man nur noch als Röcheln bezeichnen. ;-) Als wenn ich mich nicht schon doll genug quälen musste, ging es auf dem letzten Kilometer zum Markt auch noch leicht hinauf. Endlich… nach etlichen Windungen in der Innenstadt sah ich das Ziel! Nur noch 100m. Ich schaute auf meinen Forerunner: 42 min irgendwas… Waaas? Ich konnte es kaum glauben wie gut ich in der Zeit lag. Kurz vor dem Ziel war nun auch die offizielle Zeitanzeige vollständig zu sehen und ich sah 42:57, 42:58…. Ich gab noch mal alles und hoffte dass es noch knapp für eine Zeit unter 43min reichen würde, aber direkt als ich die Zeimessmatte betrat schaltete die Uhr auf 43:00 Minuten um. Sch… aaaade ;-)

Ich war einerseits voller Euphorie über diese waaaahnsinnige Verbesserung, denn ich hatte SO ein Zeit davor als unmöglich für mich eingestuft und wäre schon überglücklich gewesen überhaupt irgendeine Zeit unter 44 Minuten noch einmal zu laufen und somit bestätigen zu können. :-) Dass ich nun so knapp an einer 42er Zeit vorbeigeschrammt bin, hat mich dann aber doch geärgert. Eine Sekunde… Naja, was solls. Wenn man es ganz genau nimmt, ist die Strecke wohl auch nur 9,9km lang, von daher EIGENTLICH zu kurz. Aber sie wird auch in den Bestenlisten als offizielle 10km-Strecke anerkannt, also zählt diese Zeit schon für mich. Selbst mit 100m drauf wäre es noch eine Bestzeit gewesen. Und das bei den Temperaturen und mit dem Anstieg auf dem letzten Kilometer. Ich bin überglücklich mit dem Ergebnis! :-)

Matze hab ich dann auch direkt nach meinem Zieleinlauf entdeckt. Er hatte mit 34:01 Minuten den Lauf gewonnen und hat damit auch Jonas Stifel (34:57 min) hinter sich gelassen! :-) Nach der Siegerehrung gingen wir noch etwas essen und als Matze beim Essen erwähnte, dass in Wismar ja auch Außenaufnahmen für den legendären Nosferatu-Film entstanden, recherchierte Mutti gleich die Drehorte, die sich alle in der Nähe des Marktes befanden. Weil wir also schon fast da waren, wanderten wir im Anschluss noch auf den Spuren von Nosferatu die Drehorte ab. So haben wir gleich auch mal etwas mehr von der Stadt gesehen. :-)

Zuhause waren wir dann völlig K.O. durch den Wettkampf und die Hitze. Besonders aber Pino, dem das Kanonengeschieße beim Schwedenfest und die vielen Leute nicht so wirklich gefallen haben, war wohl froh sich endlich auf’s Ohr legen zu können. ;-)

Diese Woche geht’s aber auch gleich weiter mit den Läufen. Am Mittwoch findet der 2. Rostocker Firmenlauf statt, an dem Matze und ich jetzt noch spontan als Ersatz für ausgefallene Läufer teilnehmen und am Sonntag ist auch schon die Landesmeisterschaft über 10km in Bützow. Vielleicht kann ich die Zeit ja dort noch einmal wiederholen. Schön wär’s jedenfalls. :-)

Siehe auch:





  1. Brennr.de schrieb am 22. August 2011 um 15:55:

    Glückwunsch zu dieser tollen Zeit! :) Bei den wohl sehr sommerlichen Bedingungen eine klasse Leistung! Und die eine Sekunde ist irgendwann auch noch fällig. ;)

  2. Grit schrieb am 22. August 2011 um 15:57:

    Herzlichen Glückwunsch. Ich freu mich mit dir! :-) Das ist toll, wenn man bei Anderen sieht, dass sich gutes Training & eine lockere Einstellung so bezahlt machen. Dein Bericht motiviert mich total! Und ich glaube die 43:00 kitzelt deinen Ehrgeiz viel mehr als eine 42:59. Jetzt musst du uns nur noch berichten, was dich diese Saison noch schneller gemacht hat…
    Lg und bis Bützow

  3. Pierle schrieb am 22. August 2011 um 16:43:

    WOW – 43 Minuten auf 10km – Wieso hast du es denn so eilig? ;-)

    Glückwunsch zur neuen Bestzeit!!!

  4. Jana schrieb am 22. August 2011 um 16:48:

    @Brennr.de:
    Danke! :-) Ja, also diese eine Sekunde die MUSS einfach noch fallen :D

    @Grit:
    Daaanke :-) Wüsste auch gerne, warum das dieses Jahr so viel besser klappt als im letzten Jahr. Immerhin war ich im letzten Jahr ja fast durchgängig in einem strukturiertem Marathontraining. Aber vielleicht haben mir da die kurzen, schnellen Sachen im Training gefehlt…

    Im Moment trainier ich eher nach Lust und Laune. Meist sieht es trotzdem so aus: Dienstags immer Intervalle, je nach dem was Matze in seinem Laufkurs vorgibt ;-) , Mittwochs immer ganz entspannt ein Stündchen beim Mittwochslaufstreff, etwa einmal in der Woche 5 langsame Kilometer mit Pino und dann steht am Wochenende ja meist irgendein Wettkampf an :P

    Du hast Recht, die 43:00 motiviert einen nur mehr. Wenn man soo knapp vor der 42 war, dann soll sie gefälligst auch fallen :o ) Mit einer 42:59min wäre ich wohl für die restliche Saison vollends zufrieden gewesen *g*

    Lg Jana :-)

  5. Gudrun schrieb am 22. August 2011 um 16:49:

    Unserer Nosferatu-Reiseführer: http://gestalt.di.hs-wismar.de/~wisborg/FLASH/site.html

  6. Laufhannes schrieb am 23. August 2011 um 08:14:

    Herzlichen Glückwunsch zu diesem wunderbaren Ergebnis!

    So kann man den Sommer ausklingen lassen.

  7. Steffen schrieb am 24. August 2011 um 17:05:

    So, kurz und bündig-habe ich nicht etwas von 42:30 gesagt, hm? Siehste, ich weiß genau das du das drauf hast, du dachtest wohl ich würde übertreiben, aber bitte, hast ja die richtige Antwort selbst bekommen.

    Mensch, Jana, SUUUUUUPER, freut mich riesig für dich, meine herzlichsten Glückwünsche zu dieser grandiosen Verbesserung!

    Und du weißt, da geht immer noch was, gaaaanz sicher!!!

    Herzliche Grüße,
    Steffen

  8. Jana schrieb am 24. August 2011 um 17:23:

    @Steffen:
    Danke :-) Ja, stimmt ich nähere mich deiner vorausgesagten Zeit… ich hätte es wirklich nicht für möglich gehalten :D

    Matze sagt mir ja auch ständig irgendwelche Zeiten voraus, die ich mir nicht vorstellen könnte. Vielleicht fehlte bisher auch einfach etwas der Mut, mal ein schnelleres Tempo als sonst zu wagen. Das hat mich auf jeden Fall motiviert. Und wer weiß, vielleicht klappt’s ja noch in diesem Jahr mit der sub 43… :-)

    Liebe Grüße zurück
    Jana

  9. 10. Bützower Citylauf – 10 km | Grit ist fit schrieb am 29. August 2011 um 10:57:

    [...] das Rennen lieber beendet hat. Vergangenes Wochenende war Jana noch Bestzeit über 10 km beim Wismarer Schwedenlauf gelaufen und hatte in der Woche beim Rostocker Firmenlauf teilgenommen. Nun war es mal nicht so gut [...]

  10. akki schrieb am 27. September 2011 um 15:38:

    Glückwunsch zur guten Zeit, aber wie du schon schreibst, die Strecke in Wismar ist schon etwas kürzer. Ist sie amtlich vermessen, da du etwas von Bestenlisten schreibst? Konnte dazu im Netz nichts finden. Will deine Leistung nicht schlechtmachen, es interessiert mich einfach.