29. August 2011

Zu viel des Guten

… war wohl meine Wettkampfplanung für diese Woche: Letzten Sonntag den Schwedenlauf in neuer PB hinter mich gebracht, am Mittwoch den Firmenlauf zu schnell gerannt und die Quittung dafür gestern in Bützow bekommen :???:

Wie im letzten Blogeintrag berichtet, lief der Schwedenlauf am vorletzten Sonntag trotz der Hitze ja bombastisch: 43:00min für 10km. Für mich eine neue Bestzeit! :-) Dementsprechend hochmotiviert war ich also nun für die nächsten Wettkämpfe und war guter Dinge bei der Landesmeisterschaft über 10km beim Bützower Citylauf auch wieder eine gute Zeit hinlegen zu können. Ich hatte sogar überlegt mich noch für den Alsterlauf in Hamburg anzumelden, um die 43:00min noch knacken zu können… Nach diesem Wochenende sehe ich das alles wieder etwas anders… aber alles der Reihe nach. ;-)

Irgendwie schien mir der Schwedenlauf im wahrsten Sinne des Wortes etwas auf den Magen geschlagen zu sein. Seit dem Sonntag hatte ich ganz schön Probleme vernünftig zu essen, weil ich 1. komischerweise auf NICHTS Appetit zu haben schien und 2. wenn ich vernünftigerweise trotzdem was richtiges essen wollte, sich nach ein paar Happen mein Magen nicht gut fühlte. Ob das nun wirklich vom Wettkampf kam oder meine Appetitlosigkeit von meinen Kieferschmerzen (da war wohl ein Nerv eingeklemmt), die mich die Woche über plagten, kann ich nicht sagen. Jedenfalls war meine Ernährung dadurch nicht so wie es gut gewesen wäre.

2. Rostocker Firmenlauf

Am Mittwoch fand im Stadthafen der 2. Rostocker Firmenlauf statt, zu dessen Teilnahme Matze und ich uns sehr spontan drei Tage vorher entschieden, weil Läufer für das Basketballteam “EBC Rostock” ausgefallen waren und dringend Ersatz gesucht wurde. Da mir am Sonntag ja noch die Landesmeisterschaft über 10km bevorstand, wollte ich die 7km eigentlich zwar zügig laufen, mich aber nicht all zu sehr verausgaben. Ich hatte so an einen 4:30er Schnitt gedacht. Aber wie das bei einem Team-Wettkampf so ist, funktioniert das mit dem “sich schonen” nicht und ich hab mich von den anderen Leuten mitziehen lassen. Insgesamt bin ich den Lauf mit einem Schnitt von 4:23 min/km gelaufen und mit einer durchschnittlichen (!) Herzfrequenz von 201 Schlägen/Minute! Beim Schwedenlauf lief ich die 10km in 4:21 min/km mit einer durchschnittlichen HF von 198, so wie es für 10km-Wettkämpfe bei mir normal ist. Vielleicht hätte ich daran schon sehen können, dass irgendwas nicht stimmt, aber den hohen Puls schob ich auf meinen zu schnellen ersten Kilometer.

Aber immerhin hatte sich die Anstrengung gelohnt, denn unser Team belegte bei den Männer-Teams den 2. Platz mit nur 10 Sekunden Rückstand. :-D Wäre ich wie geplant etwas entspannter gelaufen, hätten wir wohl nur den 5. Platz belegt.

Da ich nach dem Firmenlauf nun entgültig erschöpft war, ging ich nur noch am Tag drauf langsame 5km mit Pino joggen und lief an den restlichen Tagen gar nicht mehr. Meine Wochenkilometer bis dahin: 14 Kilometer. ;-) Ich dachte die  lauffreien Tage hätten genügt um in Bützow wieder erholt an den Start zu gehen. Und tatsächlich konnte ich seit circa Freitag wieder normal essen, ich fühlte mich gut und sogar das Wetter sah am Sonntag sehr Wettkampf-freundlich aus :-)

10. Bützower Citylauf

Am Sonntag in Bützow waren dann auch ziemlich alle bekannten Gesichter dabei, sogar weitere sechs Mädels in meiner Altersklasse: Sandra Eltschkner, Anne-Kathrin Litzenberg, Andrea Hellmann, Anne Prahl, Grit Aßmann und Mareike Kernn. :-) Sandra und Anne-Kathrin sind noch ein ganzes Stück schneller als ich, aber ich war motiviert mit einer Zeit um die 43/44 Minuten den dritten Platz für mich beanspruchen zu können. Immerhin lief es das Wochenende zuvor ja gut und das Wetter war nun sogar um Welten angenehmer.

Der Start fand um 10.30 Uhr quer über die Wiese der Laufbahn statt. Ich wollte mit einem 4:20er Schnitt beginnen, aber so richtig kam ich auf den 1,5 Runden im Stadion nicht voran, denn im Stadion war die Läuferschar noch recht dicht zusammen, so dass es schwer war, sein eigenes Tempo zu finden. 4:26 Minuten benötigte ich für meinen ersten Kilometer, viel zu langsam für mein Vorhaben. Trotz aller Bemühungen wurde der nächste Kilometer mit 4:25 min auch nicht viel schneller und ich hakte zumindest schon mal eine Zeit von unter 44 Minuten ab. Irgendwie lief es gar nicht, fühlten sich meine Beine sonst selbst am Ende eines 10km-Rennens noch ziemlich frisch, waren sie heute schon von Anfang an irgendwie kraftlos. Dass ich direkt zu Beginn schon so mit dem Tempo (welches eigentlich nicht zu schnell sein sollte für mich) kämpfen muss, hatte ich in diesem Jahr noch nicht einmal erlebt. Als ich das erste Mal durch das Ziel lief und ich noch vier 1,8km-Runden vor mir hatte, machte der Lauf schon keinen Spaß mehr und ich fühlte dass es in einer Quälerei enden würde. Eigentlich mag ich 10km-Läufe, bei denen man vier kleine Runden läuft, die mir dann auch meist kurz vorkommen. Am Sonntag nicht. Ich dachte während des Laufs auch daran, dass ich ja noch plante den Alsterlauf  zu laufen, und verwarf diese Idee schon mal. Nicht noch so eine Quälerei. Am liebsten wäre ich einfach stehengeblieben und ausgestiegen, aber das einzige was mich noch am Laufen hielt war, dass es immerhin die Landesmeisterschaft war und ich mich zu der Zeit noch auf dem dritten Platz meiner Altersklasse befand.

Nach 3,5 Kilometern überholte mich plötzlich Anne. Das gab mir den Rest. Ich hatte keine Kraft um da irgendwie dran zu bleiben. Ich sagte Anne, dass heute gar nichts geht und sie meinte, dass es schade wäre, da sie gehofft hatte, dass ich sie etwas ziehen könnte. Aber es ging nicht und ich ließ sie laufen. Da ich nun auch keinen dritten Platz mehr in Aussicht hatte, für den es sich gelohnt hätte sich irgendwie durchzuquälen, war auch meine letzte Motivation weg und ich fing plötzlich an zu gehen. Es hatte einfach keinen Sinn.

Gerade hatte ich mich damit abgefunden, auszusteigen, kam Papa vorbei und rief mir fragend zu, was mit mir los ist. Als Papa schon ein paar Meter weiter weg war, entschied ich mich doch noch dafür auf Papa aufzulaufen und mit ihm weiter zu laufen, also immerhin ins Ziel zu kommen. Eine ganze Runde lief ich mit ihm, aber auch sein Tempo fiel mir schwer, so dass ich mich nach der Getränkestation auch von Papa abfallen lassen musste. Ich lief in etwa einem Tempo von 5 Minuten/Kilometer weiter, aber mein Puls war trotzdem bei 195 und ich fühlte mich einfach schlapp. Nach fast insgesamt 6 Kilometern entschied ich mich dann doch dafür auszusteigen. Mich noch ins Ziel zu quälen hätte wohl wenig Sinn gehabt: weder für meinen Körper, noch für die Zeit oder gar Laufcup-Punkte. Auch jetzt im Nachhinein gesehen, war es einfach besser so. Weitere zwei Runden hätten mich wohl nur noch mehr deprimiert.

Ich stellte mich dann zu Mutti an den Straßenrand um übernahm die Videokamera um die anderen Läufer zu filmen. Matze, der bei der Überrundung von Papa und mir noch geführt hatte, war nun nur noch Zweiter hinter Maik Schmidt. Irgendwie lief es bei ihm auch nicht gut.  :neutral: Im Ziel mit der Videokamera wartend, konnte ich auch noch Papa’s Zieleinlauf mit neuer Bestzeit aufs “Band” kriegen. Immerhin bei einem von uns lief es gut :-)

Fazit

Tja, was ist nun mein Fazit aus diesem Lauf? Dass es diese Woche einfach zu viel war. Zwar bin ich diese Woche MIT Wettkampf nur 20 Kilometer gelaufen, aber anscheinend konnte sich mein Körper durch die schlechte Ernährung im Vorfeld des Wettkampfes nicht so richtig erholen. Dass ich mich am Sonntag beim Laufen so mies fühlen würde, hatte mich trotzdem ganz schön überrascht. Aber ich denke, selbst WENN ich morgens gemerkt hätte, dass ich mich nicht so fit fühle, wäre ich wohl an den Start gegangen und hätte es drauf ankommen lassen. Dafür hätte ich den Wettkampf am Mittwoch wohl lieber sein lassen sollen, vielleicht wäre es dann besser verlaufen, aber wer weiß das schon. Ich hab den Lauf schon abgehakt und sehe nach vorne, die nächsten Läufe werden definitiv wieder besser, denn ich weiß ja woran es gehapert hat :-)

Einen neuen Bestzeit-Versuch über 10km beim Alsterlauf werden ich trotzdem sein lassen. Mit meiner 43:00 hab ich mein selbstgestecktes Saisonziel sowieso schon übererfüllt. :-) Zudem bin ich am Vortag noch für den Hyundai-Staffelmarathon (Laufcup) in Neubrandenburg eingeplant, zusammen mit meinem Laufkameradinnen vom SV Post Telekom. Im letzten Jahr kam unsere Staffel ja kurzfristig doch nicht mehr zustande, so dass ich mich in diesem Jahr besonders darauf freue :-)

Siehe auch:

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  1. Henrik schrieb am 29. August 2011 um 17:31:

    Auch von einem 10er muss sich der Körper erstmal erholen. 10 Km klingen nicht viel, aber du läufst diese durchgängig über der aeroben Schwelle. Das ist Belastung am Anschlag für das Herz-Kreislauf-System. Da vermag es nicht zu verwundern, dass dein Körper das nicht 3x innerhalb einer Woche mitmachen möchte :) . Gute Erholung!

  2. 10. Bützower Citylauf schrieb am 29. August 2011 um 21:17:

    [...] Weitere Berichte gibt es hier: Sprintefix Grit-ist-fit Jana Kiesendahl [...]

  3. Christin schrieb am 29. August 2011 um 21:49:

    Durch Niederlagen wird man stark!
    Aber von einer Niederlage kann man nicht sprechen. Du hast in diesem Jahr schon so viel geschafft und einen schlechten Tag hat jeder mal. Leg die Beine etwas hoch!!! Gruß Christin

  4. Jana schrieb am 29. August 2011 um 22:42:

    @Henrik:
    Du sagst es. Ich hatte den Firmenlauf wohl etwas unterschätzt gehabt. Naja, sowas passiert mir nicht mehr so schnell :-)

    @Christin:
    Ach, traurig oder enttäuscht bin ich auch gar nicht darüber. Wie du schreibst, das ganze Laufjahr lief eigentlich so gut und ich hab meine Ziele für dieses (HM sub 1:40h, 10km sub 44min) schon erreicht. Da macht mir dieser eine schlechte Lauf nichts :-) Wäre auch seltsam wenn wirklich alle Wettkämpfe in diesem Jahr glatt laufen würden. :D

    lg Jana

    P.S.: Übrigens Glückwunsch zur neuen Bestzeit über die 5km und zum zweiten Platz! :-)

  5. Laufhannes schrieb am 30. August 2011 um 09:13:

    Puh. Unsinnige Trainingsplanungen hatte ich schon so einige mit einem Haufen an Wettkämpfen in kurzer Zeit. Bestzeiten kann man nicht immer erwarten, aber dass du sogar aussteigen musst – schade.

  6. Grit schrieb am 30. August 2011 um 19:27:

    Schade, dass es so gelaufen ist, aber du hast schon die richtige Entscheidung getroffen. Weiter zu laufen wäre mehr als unvernünftig gewesen (siehe Hamburgmarathon). Vergiss den Lauf und schon dich ruhig mal länger – sonst bist du ganz schnell in einem Loch, wo es schwierig wird wieder raus zu kommen. Don’t worry, be happy! :-)

  7. 10. Bützower Citylauf – 10 km | Grit ist fit schrieb am 30. August 2011 um 19:31:

    [...] Gudrun Kiesendahl!!! Einen schönen Bericht von Fred findet ihr auch dort.  Fleißig bloggen auch Jana und Christin. Dieser Beitrag wurde unter Allgemein, Wettkämpfe abgelegt und mit Bützow, [...]

  8. Frank schrieb am 7. September 2011 um 21:09:

    Hallo Jana,
    gut das ein Grund für deine Erschöpfung gefunden wurde, jetzt heißt es erstmal ausruhen und wieder zu Kräften kommen. Erhole Dich gut, lass Dich von Pino ablenken.
    Gute Besserung Team Post Telekom SN