3. Juni 2012

Stundenlauf und Papendorfer Triathlon

Die Diplomarbeit geht nun in die heiße Phase (nur noch ein Monat bis zur Abgabe!) und da bleibt nicht so viel Zeit und Nerven für viel  Training und Wettkämpfe. Nichts desto trotz hab ich vor zwei Wochen am Stundenlauf im Warnemünder Küstenwald teilgenommen und gestern relativ spontan mein Rennrad aus dem Keller geholt um beim Papendorfer Triathlon an einer Staffel teilzunehmen. 

Das Lauftraining fällt in letzter Zeit ziemlich durchwachsen aus: im Schnitt grade mal 30km pro Woche. Und das auch eher als Ausgleich für die Schreiberei an der Diplomarbeit. Dafür hab ich mir aber vor einigen Wochen auch einen Aqua-Jogging-Gürtel bestellt, damit ich mich am Wochenende mal Matze und Co. beim Aqua anschließen kann. Weiterhin hatte ich mir nämlich in den Kopf gesetzt, einen neuen Versuch zu starten mir selbst Kraulschwimmen beizubringen. Im Augenblick lauf ich also 2-3 mal die Woche und geh 1-2 mal in die Schwimmhalle. Bei dem schönen Wetter bis vor Kurzem wollte ich auch mal wieder mein Rennrad fit machen, kam aber irgendwie nie dazu.

98. Stundenlauf im Warnemünder Küstenwald

Vor zwei Wochen fand dann wieder der Stundenlauf im Warnemünder Küstenwald statt. Da es mit dem Auto ja nicht so weit ist, wollte ich mein Training dort machen. Ich hatte mir vorgenommen, einfach eine Stunde mit Hörbuch auf den Ohren ganz entspannt im 5:30min/km-Schnitt zu laufen. Nach dem Startschuss sah ich aber Papa auf der 2km-Runde etwa 20m vor mir und nicht weiter weglaufen, also gab ich mir Mühe auf Papa aufzulaufen. Nach der Wende hatte ich ihn auch eingeholt und wir liefen dann zusammen im fast glatten 5min-Schnitt weiter. Viel schneller als ich es mir vorgenommen hatte, aber da ich mich sehr wohl fühlte in dem Tempo war das okay. Papa meinte nur, er wäre alleine wohl auch langsamer gelaufen. So ist das. ;-) Die Stunde ging so auch flott vorbei und so hatten wir dann offizielle 12.522m als Ergebnis. Laut Forerunner waren es eher 12km, aber damit war ich für den relativ entspannten Lauf sehr zufrieden mit mir. :-) Matze hatte knapp (nur um 20m) seinen eigenen Rekord verpasst und ärgerte sich dementsprechend. Beim nächsten Mal, werden dann bestimmt die 18km geknackt. :-)

9. Papendorfer Triathlon – ganz spontan zugesagt

Diesen Mittwoch rief mich dann Eliane abends an und erzählte mir, dass sie am Samstag eigentlich in Papendorf eine Staffel machen wollte, ihr aber noch ein Mädel fehlte. Ich durfte mir auch aussuchen, ob ich 20km Radfahren oder 5km Laufen wollte. Spontan entschied ich mich an der Staffel teilzunehmen und die 20km mit dem Rad zu fahren. Eigentlich wollte ich bis zur Abgabe der Diplomarbeit mir die Wochenende nicht mit Wettkämpfen zustopfen, aber Papendorf ist ja gleich um die Ecke und es handelte sich ja auch nur um 20km. Zudem sah ich darin auch einen guten Grund um mein Rad, nachdem es bestimmt 3 Jahre im Keller verbracht hat, wiederzubeleben. Freitag fuhren Matze und ich dann zu meinen Eltern, um das Rad wieder einigermaßen auf Vordermann zu bringen, damit es am nächsten Tag auch einsatzbereit sein würde.

Samstag war nun der große Tag, an dem ich seit langem mich erstmals wieder auf mein Rennrad setzen sollte. Das Rad hatte seinen letzten Einsatz beim Papendorfer Triathlon vor genau drei Jahren. ;-) Da es gestern auch ziemlich windig war und wir morgens von Hagel geweckt wurden, der gegen die Fensterscheibe prasselte, hielt sich meine Vorfreude auf die Radfahrt vorerst in Grenzen. Immerhin, als Matze und ich uns zu meinen Eltern aufmachten, sah das Wetter schon etwas besser aus: immer noch windig, aber die Sonne ließ sich sogar blicken. Von meinen Eltern aus machte ich mich dann mit dem Rennrad auf nach Papendorf, während Matze und Pino mit dem Auto fuhren. Die 5km bis zum Veranstaltungsgelände wollte ich nutzen, um mich wieder mit meinem Rennrad anzufreunden und wieder etwas Sicherheit damit zu finden.

9. Papendorfer Triathlon – der Wettkampf

In Papendorf trafen wir dann Eliane und Daniela, meine Staffel-Partnerinnen. Daniela sollte die 650m schwimmen, ich die 20km Rad fahren und Eliane die 5km laufen. Kaum dort angekommen, musste ich mein Rad auch schon in die Wechselzone bringen und dann fix zur Wettkampfbesprechung. Um 14:00 Uhr sollte der Start für uns Staffeln sein. Etwa fünf Minuten später fiel dann auch der Startschuss für die Schwimmer. Daniela war ganz gut dabei beim Schwimmen, auf jeden Fall im vorderen Mittelfeld. Als sie sich auf die zweite Schwimmrunde machte, machte ich mich auf zur Wechselzone. Ein paar Minuten später kam Daniela dann auch schon in die Wechselzone gerannt, übergab mir den Transponder für die Zeitmessung und schon hieß es: Helm auf, Rad aus der Wechselzone schieben und rauf auf den Sattel.

Zweimal hatte ich ja bereits den Jedermann-Triathlon in Papendorf bestritten und kannte daher theoretisch die Radstrecke auch. Mir blieb aber nur im Kopf, dass die 5km-Runde ziemlich hügelig war und noch ein richtig fieser Anstieg dabei war. Mehr nicht. Ich ließ mich also wieder von Neuem überraschen. Auf dem ersten Kilometer ging es einen zwar nicht übermäßg steil, aber konstant bergan. Danach ging es teilweise auch wieder bergab, wobei ich aber vor Kurven trotzdem immer wieder die Bremsen betätigte, aus Angst zu schnell im die Kurve zu fahren und mich hinzuledern. So ganz war mein Vertrauen ins Rennrad noch nicht zurück. Aber mein Motto war: Hauptsache heil durchkommen. Die paar Sekunden die ich durch das bremsen verlieren würde, machten bei meinem Tempo nun auch keine Welten aus und für uns ging es auch um keine Platzierungen. Genau zur Halbzeit der Radrunde ging es noch mal einen relativ kurzen, aber sehr knackigen Anstieg hoch, aber der Rest der Runde war dafür wieder entspannt. Ab da wusste ich, es geht erstmal wieder nur bergab und gerade aus. :-) Aber sobald die Runde geschafft war und man wieder an den Zuschauern vorbei kam, wusste man es geht wieder von vorne los. Noch drei Mal das Gleiche… Nach der ersten Runde war ich schon einigermaßen geschafft, aber es wurde nicht schlimmer. Ich fuhr meine Runden gleichmäßig und ohne Risiko. Obwohl: in der dritten kam eine Motorrad-Begleitung irgendwie ins Schlingern und hätte sich beinahe hingepackt. Aber bis auf diesen kurzen Schreckmoment lief alles gut. Anders als befürchtet blieb es trotz Regenwolken am Horizont auch trocken. Nur ein paar Tropfen auf der letzten Runde. :-) Nach 21,4km im etwas über 26km/h-Schnitt kam ich wieder im Wechselbereich an und konnte Eliane unsere Startnummer und den Transponder übergeben. Schon nach etwas über 21 Minuten kam Eliane auf die Zielgerade, auf der Daniela und ich sie abfingen um mit ihr zusammen ins Ziel zu laufen.

9. Papendorfer Triathlon – die Disqualifikation

Nach einer kurzen Stärkung mit Kuchen schauten wir noch den Männern zu, die später gestartet waren und nun aus dem Wasser kamen und auf ihre Räder wechselten. Als alle uns bekannten Teilnehmer an uns vorbei waren und auf der Radstrecke waren, wollten wir uns auf die Socken machen, denn abends sollte es noch zum Puhdys-Konzert aufs Satower Sommerfest gehen und zuvor musste ich noch wieder das Rennrad zu meinen Eltern fahren, mit Matze zu uns, duschen, Abendbrot essen und wieder zu meinen Eltern fahren. Ich ging also in die Wechselzone, schnappte mir mein Rad und grade als ich fast draußen war, kam ein Kampfrichter auf mich zu und meinte ich dürfte mit meinem Rad die Wechselzone nicht verlassen, bevor der Wettkampf nicht vorbei wäre und wenn überhaupt würde es auf der anderen Seite rausgehen. Ich versuchte ihm zu erklären, dass ich aber los müsse und nicht mehr 2 Stunden hier warten könnte, bis ich endlich mein Rad raus schieben kann. Ziemlich forsch erklärte er mir dass das halt mein Pech sei und er mich nicht rauslassen würde. So wären die Regeln. Ziemlich baff und empört schob ich also mein Rad zurück und ging wieder ohne Rad raus. Ich wusste nicht was ich machen sollte. Ich konnte unmöglich noch bis 18Uhr dort warten: die Zeit hatte ich nicht und auch das Wetter war mit den durchgeschwitzten Klamotten nicht so angenehm, dass ich hätte warten wollen.

Ich grübelte also was ich machen sollte und kam zu dem Entschluss, dass mir nichts anderes übrig blieb, als mein Rad dennoch aus der Wechselzone rauszuschieben, um nach Hause zu kommen. Ich wartete also ab, bis der letzte Schwimmer in der Wechselzone auf sein Rad wechselte, damit ich auch niemanden von den Sportlern in die Quere komme. Ich schob mein Rad diesmal auch zu dem Ausgang, den der Kampfrichter mir zuvor genannt hatte und wurde dort gleich von den nächsten Helfern darauf hingewiesen, dass sie mich nicht rauslassen dürften. Ich sagte dass es mir Leid tut, aber ich wirklich los muss und schob ohne weitere Diskussionen das Rad weiter über die Gehwege zu Matze. Währenddessen bemerkte ich schon, dass die Helfer mir wieder den Kampfrichter auf den Hals schickten, der wütend im Stechschritt auf mich zumarschierte und mich erneut anmotzte, dass das Rad erst nach Wettkampfende aus der Wechselzone dürfte und er machte deutlich, dass es ihm egal wäre, dass ich keine Zeit hätte bis 18Uhr zu warten. Die Wettkampfregeln sind so. Basta. Da ich mein Rad nun endlich schon draußen hatte und bei Matze und Pino angelangt war, wollte ich auch wirklich los und sagte ihm, nun schon halb unter Tränen vor Empörung, dass ihm noch einmal, dass ich keine Zeit hätte und nach Hause muss. Irgendwie schien er auch völlig außer sich zu sein und meinte, dass er mich dann dafür disqualifizieren müsste und nahm es sich nicht seine rote Karte zu zücken und sie mir wütend vor die Nase zu halten. Ich war so sauer und enttäuscht, dass nun meine ganze Staffel aus der Wertung genommen wurde wegen diesem Vorfall, aber Eliane spornte mich an das Ganze positiv zu sehen: wann bekommt man schon mal die Möglichkeit einen Wettkampf so abzuschließen und es ging für uns ja eh nicht um Platzierungen. Recht hat sie. Aber wütend, traurig und enttäuscht war ich dennoch. :-(

9. Papendorfer Triathlon – Moment, ich muss mich mal kurz aufregen

Dass man bei so einer Veranstaltung für vornehmlich Hobby-Triathleten so hart durchgreift und den Teilnehmern gegenüber so energisch reagiert, obwohl zu keine Zeitpunkt jemand durch mein Handeln behindert oder gefährdet wurde, finde ich absolut überflüssig. Man hätte mich auch freundlich darauf hinweisen können, ab wann ich genau den Wechselgarten verlassen dürfte und nachdem ich erklärt hatte, dass ich keine Zeit hatte so lange zu warten in ebenso verständnisvollem Ton sagen können: “Okay, schade, aber dann werden sie leider aus der Wertung genommen”, anstatt wütend mit der roten Karte zu fuchteln. So kam ich mir ehrlich gesagt wie ein Verbrecher vor, während ich das Rad rausschob. Eine andere sehr nette Weise wäre auch gewesen: “Warten Sie wenigstens noch 10 Minuten, bis der Wechselgarten leer ist und passen Sie beim Rausschieben auf, dass sie keine Sportler behindern”… So hat es mir irgendwie noch den Nachmittag versaut. Meine Stimmung war vorerst im Keller.

Zuhause musste ich dann doch erstmal schauen, woher ich hätte wissen sollen, ab wann ich endlich mein Rad mitnehmen dürfte. In der Ausschreibung stand nichts und auch nach zweimaligem Lesen der DTU-Richtlinien hab ich so eine Regel nicht gefunden. Eliane erzählte mir zudem, dass sie sich nach unserer Abfahrt noch mit einem anderen Kampfrichter unterhalten hätte, der die Regel auch nicht kannte. Toll. Hätte ich vorher gewusst, wie lange ich dort bleiben muss um in die Wertung zu kommen, dann hätte ich mir

a) den Nachmittag irgendwie anders geplant, so es von der Zeitplanung noch gepasst hätte, oder
b) wäre gar nicht erst angetreten.

Im Nachhinein wurde mir jetzt auch noch gesagt, dass ich evtl. keine 2h mehr hätte warten müssen, sondern “nur” bis der letzte Mann aus der 2. Welle auf die Laufstrecke gewechselt hätte. Hätte aber immer noch fast ne Stunde gedauert. Wahrscheinlich hätte das an meiner Entscheidung, das Rad rauszuschieben immer noch nichts geändert.

Fazit

Also zwei Dinge für die Veranstalter: man sollte sich für die Hobby-Sportler, die ja über eine Stunde vor den Männern starten, mal eine andere Lösung überlegen. Es will sich vielleicht auch nicht jeder noch im Anschluss den nächsten Wettkampf anschauen, sondern nach Hause. Die Möglichkeit sollte man den Leuten auch geben. Und eine respektvollere und freundlichere Ansprache durch den Kampfrichter hätte ich mir auch gewünscht. Es war ja nun nicht so, dass ich Rad nur rausschieben wollte um ihn zu ärgern oder Leuten in den Weg zu rennen. Bei Laufveranstaltungen wurde ich noch nie so angepflaumt.

Im Endeffekt will ich mich jetzt nicht weiter drüber aufregen, sondern die Sache so abhaken. Seinen Zweck, mein Rennrad mal wieder aus dem Keller zu holen, hat der Wettkampf ja in jedem Fall erfüllt und bis dahin hatte es ja auch Spaß gemacht. Das Puhdys-Konzert am Abend hat den Tag auch wieder gerettet und mich den Ärger auch wieder vergessen lassen. :-)

 

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  1. Gudrun schrieb am 3. Juni 2012 um 20:49:

    Vielleicht sollte man in Zukunft mal über getrennte Wechselzonen (vorderer und hinterer Bereich) für beide Starts nachdenken… Wie heißt es so schön: aus Fehlern lernen…

  2. Jan Neuhoff schrieb am 4. Juni 2012 um 09:26:

    Hallo Jana,

    tut mir leid, dass du so eine schlechte Erfahrung in Papendorf machen musstest. Aber schön das du darüber geschrieben hast. Ich habe deinen Erfahrungsbericht auf dem onlineMagazin “Wat geiht?” über die Gemeinde Papendorf verlinkt.
    http://www.wat-geiht.de/index.php?seitenname=Wat-geiht-Nachricht-Detail&id=474
    Vielleicht lesen es dann auch die Verantwortlichen.

    Gruß aus Sildemow
    Jan

  3. Bine schrieb am 28. Juni 2012 um 09:57:

    Hi Jana,

    erschütternd, Dein Bericht! Ich bin so sauer darüber, dass die Verantwortlichen nicht begreifen, wie wichtig auch die Hobby-Sportler für solch ein Event sind. Gerade der Rückhalt und das Interesse der “gemeinen Bevölkerung” wird doch erst durch die vielen Freizeitsportler so richtig geweckt – denn die kennt man ja oft aus der Nachbarschaft. Und dann so was!

    Das sind langsam Regeln wie aus Brüssel. Aber ärgere Dich bloß nicht zu lange, es gibt ja immer wieder ein “Rennen”, und nicht jedes läuft Gott sei Dank so ab. Aber à propos “Rennen”: Ich bin bislang immer nur gelaufen und nie gefahren. Kannst Du mir zufällig einen Tipp für ein gutes Rennrad geben? Ich hab schon mal im Internet geschaut (z.B. bei http://www.boc24.de) und dort auch ein paar schöne entdeckt. Aber ehrlich gesagt bin ich doch etwas ahnungslos und die Auswahl, egal welchen Shop man aufsucht, ist einfach sehr groß. Was für ein Rad hast Du denn und bist Du damit zufrieden?

    Würde mich über jeden “sachdienlichen Hinweis” freuen. Lieben Dank & LG Bine

  4. Florian schrieb am 7. Juli 2012 um 11:31:

    Also an Ausführlichkeit mangelt es dir nicht :-)

    Gefällt mir gut, da kann man sicherlich mal den ein oder anderen Tipp für die eigene Seite mitnehmen,

    Gruß

  5. losing Weight schrieb am 11. August 2014 um 04:15:

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