10. Juli 2012

28. Schweriner Fünf-Seen-Lauf

So, da bin ich wieder: die Diplomarbeit vor einer Woche abgegeben und endlich wieder Zeit, Lust und die Nerven für andere Dinge. Am Samstag lief ich entsprechend untrainiert, aber dafür mit freiem Kopf, zum dritten Mal die 30km beim Fünf-Seen-Lauf in Schwerin. Und es lief besser als ich erwartet hatte :-)  

Tja, zum Training der letzten Wochen und Monate möchte ich lieber nicht zu viele Worte verlieren. Wobei: viel zu berichten gibt es ja auch gar nicht. Ging ich bis Mai zumindest noch um die 30km/Woche laufen und zusätzlich aquajoggen bzw. schwimmen um mich neben der Diplomarbeit etwas sportlich zu betätigen, so fiel es mir in den letzten vier Wochen vor dem Abgabetermin immer schwerer. Grade mal 17 Wochenkilometer im gemütlichem Tempo waren so im Juni drin. Zwar hab ich gemerkt, dass mir etwas mehr Bewegung gut tun würde, da ich mich zunehmend unfitter und kränklicher fühlte, aber zu mehr als 5km-Runden konnte ich mich im Juni selten motivieren. Auch meine Teilnahme an Matzes Laufkurs ließ zu wünschen übrig, denn zwei Stunden von der Diplomarbeit fern bleiben um Intervalle zu laufen klang für mich wenig verlockend. Jetzt im Nachhinein betrachtet wäre es natürlich besser gewesen, längere Läufe und den Laufkurs dazu zu nutzen um zu trainieren und den Kopf frei zu bekommen, aber besonders in der letzten Phase wollte ich das irgendwie auch gar nicht. Aber nun ist es ja vollbracht :-)

Trotz fehlender langer Läufe (in diesem Jahr bis dahin grade mal vier Läufe über 15km) wollte ich mir aber nicht die 30km beim Fünf-Seen-Lauf entgehen lassen. Da ich die Strecke auch in den letzten beiden Jahren gelaufen war, war dies einfach nur obligatorisch. ;-) Einen Tag nach der Einreichung meiner Diplomarbeit nahm ich auch endlich wieder am Laufkurs teil. 1000m Intervalle standen an. Ich konnte mich kaum noch dran errinnern wann ich das letzte Mal Intervalle gelaufen bin und wusste dass meine Fitness vor allen Dingen im Schnelligkeitsbereich zu wünschen übrig lassen würde. Trotzdem war ich geschockt, WIE unfit ich mich während der Intervalle fühlte. Roland, der sonst immer exakt den gleichen Belastungspuls wie ich hat, wenn wir zusammen laufen, lief während der Intervalle im 4:40er Schnitt schnatternd neben mir her, während mein Puls trotz des eigentlich nicht so hohen Tempos in Richtung 200 Schläge/Minute marschierte. Rolands Puls war fast 20 Schläge niedriger. Meine Gedanken waren auch eher: “Ohje… und vor einer Weile bin ich auf 10km ein schnelleres Tempo gelaufen und nun reicht mir schon ein solcher Kilometer”. Wenn ich ehrlich bin, hat mich diese Trainingseinheit ziemlich demotiviert und mir eher Angst vor den 30km in Schwerin gemacht. Wie sollte ich in dem Zustand denn 30km durchhalten? Kurz dachte ich auch drüber nach mich auf die 15km umzumelden, beließ es aber dabei. Ich würde einfach langsam genug laufen. Irgendwie würde ich schon ins Ziel kommen.

28. Schweriner Fünf-Seen-Lauf 

Bereits am Freitag nachmittag fuhren Matze, Pino und ich nach Schwerin und holten unsere Startnummern ab. Am nächsten Morgen, dem Wettkampftag, war bei Matze und mir nicht viel mit Wettkampfnervosität. Ich hatte nur das Ziel die 30km gesund und munter zu überstehen und Matze malte sich auch keine Siegchancen aus, sondern klemmte sich sogar seinen Ipod an die Laufhose um sich während des Laufs mit Musik zu unterhalten. Gegen halb 10 trafen wir am Start beim Bertha-Klingberg-Platz ein und wurden auch gleich von Roland entdeckt und zu ihm und Papa geleitet. :-) Nach und nach stießen so immer mehr Lauffreunde zu uns und durch die vielen Plauschereien war auch bald die Startzeit 10:10 Uhr erreicht. Papa und ich starteten zusammen, aber ich ließ ihn gleich auf den ersten Metern davon ziehen, denn ich war mir sehr unsicher, ob ich sein angepeiltes Tempo von unter 5:30min/km bis zum Ende durchhalten würde. Statt mit Papa zu laufen, lauschte ich meinem Hörbuch und hielt meine Pulswerte im Auge. Der Blick auf meinen Forerunner verriet mir auch, dass ich selbst sogar etwas unter 5:30 min/km lief. Mein Puls war dabei zwar auch schon bei fast 180 angelangt, aber langsamer zu laufen fiel mir schwer. Papa war dennoch nach den ersten Kilometern so weit weg, dass ich ihn nicht mehr zu sehen konnte. Mit dem Hörbuch auf den Ohren, im lockerem und gleichbleibendem Tempo und durch die schöne Landschaft vergingen die Kilometer wie im Fluge. An den großen Verpflegungsstationen bei Kilometer 13 und 22 legte ich ausgiebige Trink- und Gehpausen ein, lief aber ansonsten sehr konstant ohne jegliche Probleme mein anfangs gewähltes Tempo durch. Etwa bei Kilometer 24 an der Verpflegungsstation sah ich plötzlich jemand mir bekannten mit gelben Shirt und grünem Cap vor mir: Papa.  Anscheinend hatte er wieder zu schnell begonnen , denn ich staunte nicht schlecht, dass ich tatsächlich so kurz vor Ende wieder aufgeholt hatte. Zunächst wollte ich mit Papa weiter bis ins Ziel laufen, aber Papa winkte ab und meinte ich könne ruhig schneller weiter laufen. Nicht dass ich unbedingt noch Gas geben wollte, aber nach 24km im gleichen Tempo plötzlich langsamer zu laufen fällt auch schwer, also lief ich mein Tempo weiter. An den gefüchteten Lankower Bergen angekommen überlegte ich erst gar nicht ob ich mich laufend hochquälen sollte oder hoch wandern sollte: eindeutig wandern. Da es für mich ein reiner Hoffentlich-Wohlfühllauf  war und ich eh schon an den Getränkestationen getrödelt hatte, sah ich keinen Grund mich plötzlich auf den letzten Metern noch unnötig quälen zu müssen. ;-) Das letzte Stück bis zum Ziel habe ich dementsprechend ohne Probleme zurücklegen können. Auf der Zielgeraden rief Roland, der seine 15km schon hinter sich hatte und nun filmte, mir zu dass Matze gewonnen hätte. Nach 2:41:59h war auch ich im Ziel, eine Minute später auch Papa. :-)

Mit dem Lauf war ich super zufrieden. Nach meinen letzten Trainingseinheiten hätte ich nicht gedacht, dass ich die 30km so gut überstehen würde: mit einem durchschnittlichem Tempo von 5:32 min/km und ohne Einbruch am Ende. Meine Oberschenkel und Waden spürte ich trotzdem deutlich. Nachdem wir erstmal eine Weile herumstanden und den Lauf ausgewertet haben wäre ich nicht mehr in einen vernünftigen Laufschritt gekommen. ;-) Bei der Siegerehrung gabs für mich sogar eine kleine Überraschung: obwohl ich nicht mit gerechnet hatte, durfte ich in der AK-Wertung noch auf Treppchen steigen als Dritte.

Wie geht’s weiter?

Der Fünf-Seen-Lauf hat mich wieder zum Laufen motiviert, wenn auch nicht grad für 10km-Wettkämpfe, da fehlt mir noch ein ganzes Stück Schnelligkeit wieder. Den Laufcup kann ich für dieses Jahr abschreiben, mir fehlen ja noch  alle fünf Läufe. Erstmal bei längeren Läufen zu bleiben ist vielleicht auch gar nicht so verkehrt im Hinblick auf das nächste Jahr: mein Bruder Roland will mit mir zusammen dann seinen ersten Marathon in Berlin laufen :-) Zudem hatte ich überlegt, nachdem Papa vom Rennsteiglauf so begeistert war, dass er  im nächsten Jahr die 72km wagen will, auch mitzukommen. Aber “nur” für die 43km. ;-) Zudem würde ich es gerne nochmal mit dem Hamburg Marathon aufnehmen, da ich mit ihm nach meinem Blackout bei KM 40 noch eine Rechnung offen habe, aber dass muss ja auch nicht alles in einem Jahr stattfinden. Eins nach dem anderen. Morgen ist erstmal wieder Stundenlauf im  Warnemünder Küstenwald und dann wird weitergesehen. :-)

Siehe auch:

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  1. Udo schrieb am 10. Juli 2012 um 16:20:

    Hi Jana,

    eigentlich recherchiere ich ja gerade für meinen eigenen Blog nach der Kombi Laufen mit Trinkrucksack, bleibe aber immer wieder bei den Erfahrungsberichten der Läufer hängen :-) Zudem gefällt mir, als Webdeveloper die Aufmachung Deines Blogs sehr gut. Ein 404 zerschießt Dir allerdings die Sidebar (nur so als konstruktive Kritik). Also auch ohne etwas über Trinkrucksäcke hier in Erfahrung gebraucht zu haben, wars nicht langweilig bei Dir! Weiterhin viel Spaß beim Laufen, Bloggen und Programmieren ;-)

  2. Jana schrieb am 10. Juli 2012 um 17:05:

    Hallo Udo,

    Danke :-) Das mit die Sidebar in irgendeinem Browser manchmal nicht so schön aussieht, ist mir auch schon mal aufgefallen. Kann das im Moment aber mit IE, Firefox, Opera und Chrome nicht nachvollziehen. Mit welchem Browser ist das bei dir aufgetreten? Dann schau ich noch mal und versuchs mal zu beheben :-)

    Viele Grüße
    Jana

  3. Udo schrieb am 11. Juli 2012 um 08:21:

    Hi,

    ich habe hier ein Firefox 13.0.1 auf einem Kubuntu System. War aber auch nur auf der 404 Seite. Heute fehlt bei mir allerdings der Scrollbalken und ich musste mich mit SPACE nach unten beamen – vielleicht ist mein System aber auch noch nicht ganz wach um die Zeit ;-)

  4. 电视棒十代全新上市 schrieb am 26. November 2012 um 02:35:

    分析的很透彻,很欣赏你的看法,学习了。

  5. Jonas von der Blogkiste schrieb am 7. Dezember 2012 um 00:53:

    Da bin ich heute erst über Deinen schönen Blog gestolpert und habe mich so richtig schön eingelesen, da sehe ich, dass hier ja kaum (~gar keine) neuen Blogartikel mehr erscheinen. Das ist ja schade.

    Ich habe zwar Dein Lebenszeichen gefunden, doch danach hast Du ja kaum noch neue Artikel gebloggt. Schade!

    Ich hoffe, Du findest wieder zum Bloggen und wünsche Dir bis dahin alles, alles Gute :-)